Integration

Treffpunkt in Gelterkinden: Freiwillige kochen mit Flüchtlingen

(Symbolbild)

Den freiwilligen Helfern ist es ein Anliegen, dass man einander wahrnimmt.

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Ein neuer Verein im Oberbaselbiet unterstützt Flüchtlinge und Migranten und versucht damit verbundene Schwierigkeiten zu meistern.

Seit Kurzem existiert im Oberbaselbiet ein neuer Verein: Freiwillige für Flüchtlinge Gelterkinden und Umgebung (FFGU). Nachdem eine Gruppe während der vergangenen eineinhalb Jahre diverse Angebote aufgebaut hatte, trafen sich Ende August Freiwillige, um einen Verein zu gründen. Dem fünfköpfigen Vorstand, der sich primär aus Vertretern verschiedener Kirchen zusammensetzt, steht Hans Rebmann als Präsident vor.

Schwankende Teilnahmezahlen

Der politisch und konfessionell neutrale Verein bietet – wie zuvor die Gruppe – Deutschkurse, einen Treffpunkt, eine Station der Schweizer Tafel und Sport an. «Die Teilnahmezahlen schwanken», sagt Rebmann. Die wöchentlichen Deutschkurse besuchen derzeit etwa 15 Asylsuchende, Migrantinnen und Migranten. Es sind vorwiegend Leute aus Eritrea und Afghanistan; darunter auch solche, die nicht mehr als Flüchtlinge gelten und schon länger hier, aber noch nicht integriert sind – beispielsweise aus Sri Lanka.

Zum Treffpunkt im Jundt-Huus erscheinen jeweils 10 bis 25 Personen. «Wir haben Stammgäste, die fast jede Woche kommen», freut sich der Vereinspräsident. Seit Juli wird stets ein Nachtessen gekocht, danach gemeinsam gegessen. Sie wechselten sich ab, wer etwas mache und wer etwas mitbringe, berichtet Rebmann und stellt fest: «Das ist sehr gut angelaufen und stösst auf Anklang.» Es laufe zwar nicht immer so, wie sie sich das vorstellten, aber es sei auch nicht kompliziert, meint Hans Rebmann. Er betont zugleich, «dass ich schon viel gelernt sowie andere Kulturen und Leute kennen gelernt habe». Den Freiwilligen ist ein Anliegen, dass man einander wahrnimmt – die Flüchtlinge die Freiwilligen und umgekehrt. Andere Lebensweisen sollen respektiert werden.

«Unsere Lebensweise und das Verhalten in unserem Land ist immer wieder ein Thema: Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit bei Abmachungen», erzählt Rebmann. Das Reden miteinander sei schwierig. Flüchtlinge, die noch keinen definitiven Entscheid hätten, seien in einer «total unsicheren» Situation. «Dann ist es mühsam, sie zu motivieren, Deutsch zu lernen», sagt der FFGU-Präsident.

Dem neu aus der Taufe gehobenen Verein mangelt es noch an Mitgliedern, noch sind nicht alle Freiwilligen dabei. Laut Rebmann sind es jedoch gut 20 Personen, die das Angebot bereitstellen. Von ihnen gibt es solche, die sich wöchentlich engagieren, gerade für Deutschkurse und im Kernteam des Treffpunkts, dem auch der Vereinspräsident angehört.

Einzelne aus dem Unterbaselbiet

Das Einzugsgebiet von FFGU entspricht ungefähr dem Wahlkreis Gelterkinden; das sind insgesamt 14 Gemeinden. Vereinzelt machen sich auch Flüchtlinge und Migranten aus anderen Dörfern dieses Angebot zu Nutzen. «Es sind schon Leute aus dem Unterbaselbiet zu uns gekommen, die Leute von hier kennen», schildert Rebmann.

Mit seinem Engagement leistet der Oberbaselbieter Verein einen wertvollen Beitrag zur Integration von Asylbewerbern und Migranten. Auch wenn Präsident Hans Rebmann klar ist, dass es keine konkreten Ergebnisse ermöglicht und nicht messbar ist.

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