Da mussten wohl selbst die härtesten Mädchen und Jungs ein paar Tränen verdrücken. Nach elf Etappen und 180 gelaufenen Kilometern boten Sekundarschule und Gemeinde Frenkendorf den Heimkehrern bei ihrer Rückkehr ins Baselbiet einen triumphalen Empfang. Die 46 Jugendlichen, die für das Mega-Wanderprojekt «Über den Berg» viele Blasen, ein paar Zerrungen, einige Sonnenbrände und einen Handgelenksbruch in Kauf genommen hatten, wurden zu Hause in Frenkendorf von Eltern, Geschwistern, Bekannten und Freunden mit einem Spalier aus Plakaten und Transparenten willkommen geheissen.

Solch einen Empfang habe es an der Sekundarschule Frenkendorf noch nie gegeben, hiess es seitens der Schulleitung. CVP-Gemeindepräsident Roger Gradl lobte alle Teilnehmenden in den höchsten Tönen und bedankte sich dafür, die Schule, die Gemeinde, sogar das gesamte Baselbiet in die positiven Schlagzeilen gebracht zu haben.

Alle hielten durch

Das beweist nur, wie aussergewöhnlich mutig die ursprüngliche Idee gewesen ist, aus einer gewöhnlichen Schulprojektwoche eine gigantische Durchhalte- und Charakterschulung hinsichtlich der bevorstehenden Berufswahl zu machen. Aus den beiden Niveau-A-Klassen 2Aa und 2Ab meisterten alle Mädchen und Jungs die elf Tagesetappen. Dabei stand gleich zu Beginn und bei brütender Hitze der Aufstieg von Wassen zum Gotthardpass auf dem Programm. Elf Tage später erreichte die Gruppe das lange ersehnte Ziel in Locarno mit einem Gejohle.

Um ihre Leistung zu ehren, wurde für sie alle bei der Heimkehr der Queen-Klassiker «We are the Champions» intoniert. Aber auch der «Medienklasse» 2Pf, aus dessen Mitte sich die bz-Online-Schülerinnenredaktion rekrutierte, den begleitenden Lehrpersonen, der stets mitlaufenden Schulhündin Frida sowie dem Seniorenverein Frenkendorf-Füllinsdorf und dem lokalen Samariterverein galt diese Anerkennung.

Im Rollstuhl über Stock und Stein

Spricht man im Nachgang mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern heben alle eine andere Episode hervor, die in Erinnerung bleiben wird: Die beiden Mädchen im Rollstuhl waren täglich zumindest auf einem Teilstück dabei und wurden über viele Kilometer in zum Teil unwegsamem Gelände durchgeschüttelt. Die Gedanken der Schülerin Garthiga galten dabei aber eher jenen, die sie schieben mussten, während die Lehrer über die grosse Solidarität innerhalb der Klassen fast vor Stolz platzten. 

Da war aber auch ein spontanes Fussballspiel auf dem Sportplatz in Biasca mit der lokalen Jugend. Oder der Besuch der beiden Promis Nik Hartmann und Andreas Thiel während der ersten Etappe, was insbesondere von den mitwandernden Lehrerinnen und Lehrern für einen regen persönlichen Austausch und viele Selfies genutzt wurde.

Wandern für einen guten Zweck

Ein zweiter Aspekt des Projekts neben der körperlichen und mentalen Herausforderung war das Wandern für einen guten Zweck. Lucia Wohlgemut von der Kinderstiftung «Sternschnuppe» konnte sich vor Ort über die Leistungsbereitschaft der Teilnehmerschar informieren.

Welcher Betrag via die Spenden pro gelaufenen Kilometer zusammengekommen ist, können  die Verantwortlichen noch nicht beziffern. Noch fehle die Endabrechnung. «Es kann am Schluss aber ein schöner Betrag an die Stiftung Sternschnuppe überwiesen werden, soviel ist jetzt schon klar», stellt Klassenlehrer Christoph Gloor fest. Zudem weist er darauf hin, dass Spenden an die Kinderstiftung unter dem Vermerk «Projekt Über den Berg» weiterhin gerne entgegengenommen würden.