Die lang anhaltende Hitze und Trockenheit fordern ihre ersten Opfer: Die Bäume. An die dürren Kronen und Äste der Esche hat man sich fast schon gewöhnt. Und jetzt trifft es die Buchen, in geringerem Ausmass auch den Bergahorn, vereinzelt auch Eichen, Nadelbäume und Weisstannen. Das teilt das Amt für Wald beider Basel mit.

Bei der Esche ist die Ursache eine Pilzkrankheit, an den Buchen hingegen sind diese Schäden die Folge der Trockenheit dieses Sommers. Neben dem Absterben von Ästen, Kronenteilen und ganzen Bäumen zeigt sich an Eichen und Buchen, dass mitunter grüne Äste spontan abbrechen.

Dass Bäume auf Trockenheit reagieren, ist nicht aussergewöhnlich. Normalerweise aber tun sie dies, indem sie mit einem vorzeitigen Blattfall den Wasserbedarf reduzieren. Im Folgejahr treiben diese Bäume dann wieder normal aus. Derzeit beobachtet das Amt für Wald aber, dass viele Bäume direkt absterben. Erkennbar ist dies am noch hängenden dürren Laub, an grossen vertrockneten Ästen und an abplatzenden Rindenteilen.

Weiterhin heiss und trocken

Das Amt für Wald rechnet für die kommenden heissen und trockenen Tage, dass die Zahl der absterbenden Bäume zunehmen wird. Die Bäume selbst, vor allem aber das dürre Astmaterial stellen im Zusammenhang mit der aktuellen Waldbrandgefahr ein zusätzliches Risiko und leicht entzündliches Brandmaterial dar. Gleichzeitig geht von dürren und grünen, abbrechenden Ästen ein nicht zu unterschätzendes Risiko für Waldbesucherinnen und Waldbesucher aus, warnt das Amt für Wald. Es ruft deshalb die Bevölkerung zu Zurückhaltung und Vorsicht bei Waldbesuchen auf, insbesondere in Gebieten, die von Trockenschäden betroffen sind. Dies können Kuppenlagen, südexponierte oder besonders flachgründige Waldpartien sein. Zudem bitten das Amt die Waldbenützer, Sperrungen von Anlagen oder Einrichtungen, die aus Sicherheitsgründen bereits getätigt wurden, strikte zu befolgen.

Dies ist bereits in Riehen geschehen. Dort hat die Gemeinde diverse Rastplätze und die Finnenbahn vorübergehend gesperrt, als «unübliche Massnahme», wie der Gemeinderat schreibt. Das Betreten von Waldarealen geschehe auf eigene Gefahr. Im Baselbiet will der kantonale Krisenstab Mitte diese Woche über Massnahmen im Zusammenhang mit der Trockenheit und der Waldbrandgefahr entscheiden.

Der schlechte Zustand der Buchen ist eine Folge des trockenen, warmen Sommers. Er ist aber auch ein Hinweis auf die Auswirkungen, die der Klimawandel für unsere Region mit sich bringt. Mehr Sommerwärme und geringere Sommerniederschläge werden vor allem der Buche und der Fichte zu schaffen machen, so das Amt für Wald.

Chance für neue Arten

Die Prognose des bikantonalen Amtes lautet deshalb: Diese beiden Baumarten wird man in einigen Jahrzehnten in der Region nur noch auf sehr gut wasserversorgten Standorten antreffen. Ihren Standort einnehmen könnten Eichenarten, andere einheimische Baumarten wie Elsbeere, Speierling, Nussbaum oder der Schneeballblättrige Ahorn und als Ergänzung noch nicht heimische Baumarten wie etwa Baumhasel und Blumenesche. Bei Bedarf müssen diese Ersatzsorten von Menschenhand gesetzt werden.

Dazu bieten die aufgrund der Trockenheitsschäden zu erwartenden Zwangsnutzungen auch Chancen, weil sie Anlass für diesen Baumartenwechsel bieten.