Wald

Trockenheit rafft 6000 Bäume dahin: Jetzt ist der Muttenzer Hardwald ganz gesperrt

Die Bürgergemeinde Basel hat den Hardwald wegen instabiler Bäume sicherheitshalber ganz gesperrt. Schon seit Mai durfte die Bevölkerung den nordwestlichen Teil nicht mehr betreten.

Die Teilsperrung des Muttenzer Hardwalds vom 24. Mai hatte Schlagzeilen gemacht, weil erstmals in der Region Trockenheitschäden an Bäumen Konsequenzen für eine breitere Bevölkerung hatten. Jetzt zeigten neuere Einschätzungen der Bürgergemeinde als Grundeigentümerin zusammen mit dem Amt für Wald beider Basel noch weit grösserflächige Probleme.

Der Wald wird jetzt komplett gesperrt. Mitgeteilt hat dies die Gemeinde Muttenz am Donnerstagnachmittag. Die Sperrung umfasst neu das gesamt Waldgebiet, das sich vom Birsfelder Siedlungsrand bis zum Industriegebiet Schweizerhalle ausdehnt, im Norden begrenzt von der Hafenbahn und im Süden von der Autobahn. Die Ausweitung des Betretungsverbotes bedeutet etwa eine Verfünffachung der gesperrten Waldfläche. Offen, da schon gesichert, bleiben die Kantonsstrasse und die Strasse zum Restaurant Waldhaus.

Schon 6000 tote Bäume

Von abgestorbenen Bäumen können spontan grosse Äste herunterfallen, auch ohne Wind. Diese tödliche Gefahr erkennt man nicht ohne weiteres, und der Hardwald ist – gerade in Hitzeperioden – ein sehr rege genutztes Naherholungsgebiet. Den Bäumen dort geht es wegen geologisch-topografischer Besonderheiten besonders schlecht.

Im Juni hatten Bürgergemeindeverantwortliche den Schaden auf rund einen Fünftel des Baumbestandes geschätzt, der abgestorben sei. Damals bei der Teilsperrung war von rund 2000 grossen Bäumen respektive 3000 bis 5000 Kubikmeter Holz die Rede, die mit Notfällungen zu entfernen seien. 

Jetzt rechnet man bereits mit insgesamt 6000 abgestorbenen Bäumen auf der gesperrten Gesamtwaldfläche von 260 Hektaren, wie Ueli Meier, Leiter des Amtes für Wald, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Diese Dimension mache es nötig, dass alle Beteiligten innert etwa zweier Wochen über Prioritäten und Vorgehen befänden.

Druck dürfte steigen

Meier stellt fest, dass das Betretungsverbot bisher «recht gut» respektiert werde. Jetzt mit der Totalsperrung werde der Druck wohl aber zunehmen. Die neue Situation sei «sicher vorübergehend» und erfordere rasch Massnahmen. Im Westteil habe es einige Freizeitanlagen, darunter einen Vitaparcours. Man könne beispielsweise über das Kanalisieren des Publikums nachdenken.

Im Juni war der nordwestliche Teil des Hardwaldes gesperrt worden, noch nicht jedoch der nordöstliche Teil. Vom Aufenthalt dort wurde jedoch «dringend abgeraten». Bereits gesperrt waren damals jedoch die beiden Grillstellen in jenem Waldteil.

Mit der Totalsperrung ist nun auch der ganze südliche Waldteil geschlossen worden. In diesem liegt die Rheinwasser-Infiltration der Hardwasser AG zur Trinkwassergewinnung für die Stadt Basel und umliegende Gemeinden. Entsprechend müssen nun auch die Hardwasser und die Rheinhäfen in die Entscheide einbezogen werden.

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