Baselland

Trotz Grenzöffnungen: Einbrüche nehmen im Baselbiet zum Ferienbeginn nicht zu

Während Corona gab es im Baselbiet weniger Einbrüche - die Zahl stieg auch nach Ferienbeginn nicht an.

Während Corona gab es im Baselbiet weniger Einbrüche - die Zahl stieg auch nach Ferienbeginn nicht an.

Um 40 Prozent sind die Einbrüche im Baselbiet während Corona zurückgegangen. Trotz Ferienbeginn ist die Zahl bisher nicht gestiegen.

In den Sommerferien steigt normalerweise die Zahl der Einbrüche. Doch dieses Jahr ist es anders: «Während der Coronakrise sanken die Einbruchsdiebstähle in Wohnungen und Häusern um rund 40 Prozent», sagt Roland Walter, Mediensprecher der Baselbieter Polizei. Demnach schwanke die Anzahl Einbrüche in Wohnräume momentan zwischen fünf und fünfzehn pro Woche. Grund für die starke Abnahme während der Coronazeit seien die geschlossenen Grenzübergänge und die vermehrte Anwesenheit der ­Bewohner in den Wohnräumen. Ohnehin lasse sich in den letzten drei Jahren ein stetiger Rückgang an Einbrüchen feststellen.

Trotz Beginn der Sommerferien, Lockerungen der Coronavorschriften und Grenzöffnungen rechnet die Polizei Baselland aber nicht mit einem starken Anstieg an Einbrüchen. Ein Restrisiko aber bleibt. Polizeisprecher Walter erklärt: «Viele wägen sich in einer falschen Sicherheit. Eine Einbrecherin oder ein Einbrecher findet immer ein Gebäude, in das er oder sie innerhalb von zehn Sekunden einsteigen kann.» Dies solle durch verschiedene Massnahmen verhindert werden. Schaffe es ein Einbrecher innert drei bis fünf Minuten nicht, in die Liegenschaft zu gelangen, widme er sich einem anderen Objekt. Es sei entscheidend, dass Türen und Fenster so lange standhalten.

Die Fenster sind oft einer der grössten Schwachpunkte

Auf Anfrage kommt die Polizei unentgeltlich bei Privaten, wie auch bei Unternehmen, vorbei und prüft die Einbruchsicherheit des Gebäudes und macht auf allfällige Sicherheitslücken aufmerksam. Ein Schwachpunkt seien dabei meist die Fenster, erklärt Walter: «Ein schräg gestelltes Fenster ist ein offenes Fenster.»

Für Ferienabwesenheiten stellt die polizeiliche Beratungsstelle für Kriminalprävention konkrete Tipps bereit: Von aussen solle man dem Haus die längere Abwesenheit nicht ansehen. Dafür solle die Post regelmässig geleert oder bei der Poststelle aufbewahrt werden. Auf dem Garagenvorplatz könne man zudem das Auto des Nachbarn platzieren, um Präsenz zu signalisieren. Dabei solle täglich jemand vorbeischauen. Ausserdem sei darauf zu achten, vor der Abreise alle Fenster und Türen zu schliessen und auch Kletterhilfen wie Leitern wegzuräumen. Eine Zeitschaltuhr könne helfen, Anwesenheit zu simulieren. Wer online schon Monate im Voraus von Reiseplänen erzählt, riskiere, dass diese Informationen auch an Leute gelangen, welche die Ferienabwesenheit ausnützen.

Polizeisprecher Roland Walter erklärt weiter, dass materielle Verluste oft weniger schwer wiegen als psychologische Folgen, die ein Einbruch auf die Opfer und ihr Wohlbefinden haben kann. Sich vor dem Verreisen einen Moment Zeit zu nehmen, um organisatorische oder finanzielle Massnahmen zu treffen, kann sich deshalb lohnen und einem viel Ärger ersparen.

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