Läufelfingerli

U-Abo bis nach Olten: Kanton Baselland ist skeptisch

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Die Buckter Landrätin Sandra Strüby fordert mit einer Motion, dass der Geltungsbereich des U-Abos auf der S9-Linie bis Olten ausgedehnt wird, um so mehr Pendler aus dem Homburgertal Richtung Mittelland auf die Bahn zu locken. Diese Idee ist jedoch nicht neu. Ähnliche seien bisher verworfen worden.

Nach dem Volks-Nein zur Stilllegung des Läufelfingerli haben Politiker aus dem rot-grünen Lager etliche Ideen geäussert, wie die Nutzung auf der S-Bahnlinie 9 verbessert werden kann. Im Fokus stehen die Drehung des Taktes, um die Anschlüsse in Sissach und Olten zu verbessern, und eine Erweiterung des Geltungsbereichs des U-Abos. Beim Kanton beurteilt man die Ideen skeptisch. Tenor: Alles schon mal geprüft, schwierig zu realisieren.

Der Vorstoss, die Gültigkeit des U-Abos nach Olten auszudehnen, um so mehr Pendler aus dem Homburgertal Richtung Mittelland auf die Bahn zu locken, ist nicht neu. Ähnliche Ideen seien bisher verworfen worden, sagt die Baselbieter öV-Delegierte Eva Juhasz. Der Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW) sei heute so konzipiert, dass seine Grenzen als «Wasserscheiden» der Pendlernachfrage fungieren, etwa zwischen Laufen und Delémont an der Sprachgrenze oder zwischen Frick und Aarau auf der Staffelegg. Dort, wo die Fahrtrichtung der Mehrzahl der Pendler kehrt, ist fertig mit dem TNW.

Eine Erweiterung bis Olten würde diesem Grundsatz widersprechen und weitere Begehrlichkeiten wecken, betont Juhasz. Zwar würden Fahrgäste zwischen Sissach und Olten wohl tatsächlich vermehrt via Läufelfingen fahren, um so Geld zu sparen. Doch dann würden die SBB wohl Ersatzforderungen für Ertragsausfälle beim Fernverkehr stellen, glaubt Juhasz.

Zu Taktänderung Halt streichen

Auch eine Änderung des Fahrplans sei geprüft worden. «Dass die Anschlüsse von Sissach und Olten ins Homburgertal nicht gut sind, ist uns bewusst», stellt Juhasz klar. Zwei vom Kanton im Sommer 2015 gestellte Prüfanträge zur Drehung des Taktes seien von den SBB allerdings abschlägig beantwortet worden. Der erste sah die Drehung des Taktes um eine halbe Stunde vor, um so die Anschlüsse in Olten in beide Richtungen zu verbessern. Einen entsprechenden Vorstoss wird die Buckter SP-Landrätin Sandra Strüby heute im Parlament einreichen. Die zweite Variante sah einen asymmetrischen Fahrplan vor mit einer Drehung des Taktes zu Beginn der zweiten Tageshälfte. Dies ergäbe morgens gute Anschlüsse aus dem Homburgertal hinaus und abends gute Anschlüsse ins Tal hinein. Laut Juhasz hätte zur Realisierung auf der S 9 ein Halt gestrichen werden müssen. Zudem hätten die SBB weitere fahrplantechnische Bedingungen nicht umsetzen können.

In den nächsten Monaten werde man erneut Gespräche mit den SBB, dem Bundesamt für Verkehr sowie den betroffenen Gemeinden führen. Dies mit dem Ziel, die Nutzung zu erhöhen. Der Appell an die Bevölkerung des Homburgertals, die Bahn mehr zu nutzen, bleibe bestehen, sagt Juhasz. Jetzt gelte erst recht: Der Kluge reist im Zuge. (haj)

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