Ausweitung

U-Abo bis Olten hat einen schweren Stand

Läufelfingerli

Läufelfingerli

ÖV-Benutzer, die mit dem Läufelfingerli von Sissach nach Olten fahren, befinden sich in einer kuriosen Situation: Auf rund der Hälfte der bikantonalen Strecke, nämlich von Sissach nach Läufelfingen, gilt das U-Abo. Will man dort sitzenbleiben und weiterfahren in die Solothurner Gemeinden Trimbach und Olten, muss man sich ein zusätzliches Billett kaufen.

Hierbei handelt es sich für die Baselbieter SVP-Landrätin Susanne Strub um einen unhaltbaren Zustand. In einem Postulat verlangte sie von der Regierung des Kantons Baselland, mit den Partnerkantonen des Tarifverbunds Nordwestschweiz (TNW) über eine Ausweiterung des U-Abos nach Olten zu verhandeln. Davon erhoffte sie sich eine Attraktivitätssteigerung des Läufelfingerli. Der Regionalzug S9, der auf der alten Hauensteinlinie von Sissach nach Olten verkehrt, stand aufgrund der tiefen Auslastung in der Vergangenheit immer wieder vor dem Aus. Im November 2017 entschied sich das Baselbieter Stimmvolk nach einem emotionalen Abstimmungskampf an der Urne für einen Erhalt des Zuges. Seither gab es unterschiedliche politische Bemühungen, den Zug zu stärken.


«Das ist ganz klar eine Ungleichbehandlung»

Auf das Postulat von Susanne Strub, das U-Abo bis nach Olten auszuweiten, liegen nun Antworten des Baselbieter Regierungsrats und der landrätlichen Bau- und Planungskommission (BPK) vor. Beide sprechen sich dafür aus, das Postulat abzuschreiben. Der Regierungsrat argumentiert, dass mit der Erweiterung des U-Abo nur bei der S9 bis nach Olten ein Präjudiz geschaffen werde. Im Bericht der BPK heisst es, dass dadurch der Verbundsgedanke unterlaufen werde, der alle Verkehrsmittel in einer Region gleich behandle. Eine künstliche Lenkung der Passagierströme auf das Läufelfingerli sei zudem nicht wünschenswert. Auch der Vorstand des TNW hat die Erweiterung des Geltungsbereichs des U-Abos abgelehnt. An der Landratssitzung am kommenden Donnerstag wird das Baselbieter Parlament das Postulat behandeln.


Die Postulantin Susanne Strub, die selber in der BPK sitzt, kann die ablehnende Haltung nicht verstehen. «Was mit dem nahen Ausland möglich ist, sollte auch mit unserem Nachbarkanton Solothurn machbar sein», findet sie. «Das ist ganz klar eine Ungleichbehandlung.» Vor allem vom TNW habe sie keinerlei Willen gespürt, es zumindest einmal zu versuchen.


Dabei ist für sie klar: «Wir müssen alles unternehmen, um das Läufelfingerli attraktiver zu gestalten.» Falle die Auslastung des Zuges unter 20 Prozent, drohe der Wegfall der Bundessubventionen. Die S9 wäre so wieder in Frage gestellt. «Das müssen wir verhindern.»

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