Augusta Raurica

Überparteiliches Komitee setzt sich für die Sanierung von Augusta Raurica ein

Der Kanton Baselland müsste für die benötigten Sanierungen und Neubauten in Augusta Raurica 33 Millionen Franken aufbringen.

Der Kanton Baselland müsste für die benötigten Sanierungen und Neubauten in Augusta Raurica 33 Millionen Franken aufbringen.

Bei der Römerstadt Augusta Raurica besteht dringender Sanierungsbedarf. Die Finanzierung ist aber umstritten. Ein überparteiliches Komitee lancierte am Dienstag den Abstimmungskampf für das neue Sammlungszentrum.

Die Sonne schien, aber das war am Dienstag nicht im Sinne der Veranstalter. «Besser wäre, wenn es regnen würde. Dann würden Sie besser sehen, wo es hier überall reintropft», sagte SVP-Landrat Georges Thüring an der Pressekonferenz des Komitees «Ja zu Augusta Raurica» in einer der Räumlichkeiten der Römerstadt. Das überparteiliche Komitee, dem unter anderem die Alt-Regierungsräte Andreas Koellreuter (FDP) und Elsbeth Schneider-Kenel (CVP) angehören, will den Zerfall des römischen Erbes aufhalten. Am 9. Juni stimmen die Baselbieter über den Projektierungskredit für ein neues Sammlungszentrum ab. Dieser Kredit beläuft sich auf 1,7 Millionen Franken, die Baukosten summieren sich auf 33 Millionen. Aufgrund der angespannten Finanzlage des Kantons wird der Neubau aber etappiert. Zunächst sollen neue Büros mit Werkstätten sowie Restaurierungslabors, Archive und ein Werkhof für 20 Millionen gebaut werden. Die heutigen Containeranlagen, wo Arbeitsplätze untergebracht sind, sollen weg. In der zweiten Etappe soll dann der Baukredit für ein Depot für archäologische Kulturgüter dem Landrat beantragt werden, damit die erodierenden Fundgegenstände nicht weiter Wind und Wetter ausgesetzt sind - alles auf einmal kann sich der Landkanton dieser Tage eben nicht leisten.

15 Jahre warten sind genug

Viele sind sogar der Meinung, dass er sich das überhaupt nicht leisten kann. Deswegen ergriffen SVP und FDP zuletzt das Finanzreferendum gegen die 1,7 Millionen Franken, die der Landrat im November gesprochen hatte. Die Bürgerlichen bezeichnen das Sammlungszentrum als «Luxuslösung». Für «Ja zu Augusta Raurica»-Mitglied Hans Furer ein ungerechtfertigter Vorwurf. Der GLP-Landrat strebte den Vergleich zum Basler Kunstmuseums-Neubau an und befand: von Luxus keine Spur. «Der Neubau des Kunstmuseums kostet 140 Millionen Franken. Der Ausstellungsplatz liegt hier bei 2700 Quadratmetern, das Sammlungszentrum umfasst eine Fläche von 6700 Quadratmetern. Im Kunstmuseum sind 4000 Bilder ausgestellt, dem stehen 1,7 Millionen Fundobjekte gegenüber.» EVP-Präsident Urs von Bidder doppelte nach: «Wir anerkennen den Sparzwang. Aber hier geht es ja nicht um das strukturelle Defizit, sondern um eine einmalige Investition.» Furer klagte über 15 Jahre des Wartens. Bereits 1998 hatte der Landrat in der Römerstadt akute Mängel bei den Arbeitsplätzen festgestellt.

Dass sich die Römerstadt die Träumerei nicht nehmen lässt, erklärte Stiftungspräsident Hansjörg Reinau am Rande der Veranstaltung. Bei der privaten Finanzierung eines grossen Römermuseums sei man «grosse Schritte» weitergekommen. Zunächst aber gilt es für ihn, nicht bei einem viel kleineren Schritt zu stolpern.

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