Aesch

Überrraschende Entdeckung: Der Wachtelkönig ist zurück im Baselbiet

Wachtelkönig

Wachtelkönig

Naturschützer von Hopp Hase machen in Aesch eine überraschende Entdeckung: Der Wachtelkönig, eine im Baselbiet seit 60 Jahren ausgestorbene Kranichvogelart, ist wieder zurückgekehrt und hat wahrscheinlich Jungen zur Welt gebracht.

Es war eine grosse Überraschung für das Team des Baselbieter Naturschutzprojekts Hopp Hase, als sie im Juni erstmals das typische Kratzen des Wachtelkönigs vernahmen.

Die Kranichvogelart, die etwas grösser als eine Wachtel ist, verschwand vor 60 Jahren aus dem Baselbiet, weil ihr Lebensraum mit der Entwässerung der grossen Wiesenflächen vernichtet wurde.

Die Handvoll Wachtelkönigpärchen, die es laut Projektleiter Darius Weber in der Schweiz bisher noch gab, lebten zurückgezogen in Bergtälern.

Nun aber scheint sich der Vogel erstmals in der Schweiz auch in den brachliegenden Ackerflächen wohlzufühlen, jedenfalls auf dem Acker von Landwirt Christian Schürch, der die Brache gemäss den Vorgaben der Naturschützer für die Hasen einrichtete. 

Die Brache in Aesch

Die Brache in Aesch

«Die Hasenbrachen mit ihrer niedrigen, lichten und von Gräsern dominierten Struktur sind für den Wachtelkönig offensichtlich attraktiv», folgert Weber.

Die Entdeckung behielt Hopp Hase bisher für sich, um nicht «Scharen von Ornithologen» nach Aesch zu locken. «Wir wollten dem Vogel Möglichkeit geben, seine Jungen auszubrüten.»

Die theoretische Brutzeit ist nun vorbei; Weber weiss jedoch nicht, ob es tatsächlich Junge gab: «Den Wachtelkönig sieht man nicht; er fliegt nur nachts und ist tagsüber im Gras versteckt.»

Tagsüber versteckt sich der Wachtelkönig im Gras.

Tagsüber versteckt sich der Wachtelkönig im Gras.

Der Ruf des Männchens ist jedoch unverwechselbar und klingt laut Wikipedia, «wie wenn man mit dem Daumennagel über die groben Zähne eines Kammes streicht». So konnten Weber und sein Team die Anwesenheit eines Wachtelkönig-Männchens vom 1. bis 6. Juni nachweisen.

Das sei ein gutes Zeichen, sagt Weber: «Die Männchen ziehen nämlich weiter, sobald das Weibchen mit der Eiablage beginnt.»

Laut Weber bieten die für Hasen geschaffenen Brachen auch anderen bedrohten Vogelarten einen geeigneten Lebensraum. Zwischen Reinach und Aesch hat Hopp Hase seit 2008 zusammen mit den Landwirten Getreidefelder so gestaltet, dass sie mit 60 Prozent der normalen Dichte bepflanzt werden, und sie gegen Hunde eingezäunt. Der Feldhasenbestand habe sich seither massiv vergrössert.

Meistgesehen

Artboard 1