Münchenstein

Um die Abstimmungs-Kampagne zu finanzieren, sammeln Jung-Politiker Spenden übers Internet

Filip Winzap (links) und Adil Koller.

Filip Winzap (links) und Adil Koller.

In Münchenstein geht der Kampf um den Einwohnerrat in die heisse Phase. Die Initianten der Idee eines Mini-Paraments sammeln nun Spenden übers Internet, um damit ihre Abstimmungs-Kampagne zu finanzieren.

Die Münchensteiner Jung-Politiker Adil Koller (SP, Juso) und Filip Winzap (BDP) wollen die Gemeindeversammlung in Münchenstein durch einen Einwohnerrat ersetzen. Das wäre im Kanton Baselland der sechste Rat, der die Einwohner repräsentiert, und mit 36 Sitzen auch der kleinste. Die Gemeindeversammlung hat sich in einem knappen Entscheid von 155 Ja-Stimmen zu 136 Nein-Stimmen dafür ausgesprochen und sich damit faktisch selbst abgeschafft. Aufgrund des obligatorischen Referendums, das von Gesetzes wegen eine Volksabstimmung vorschreibt, kommt der Entscheid nun vors Volk. Dieses soll die Sache endgültig besiegeln. Die bz hatte bereits im Mai und im Juni über den politischen Wandel in Münchenstein berichtet.

Um ihre Kampagne finanzieren zu können und um die Wähler für ihr Anliegen zu mobilisieren, haben die beiden Jung-Politiker Koller und Winzap vom Jugendkomitee «The Next Generation» auf einer Crowdfunding-Website zum Spenden aufgerufen. «Wir benötigen 1000 Franken, um unsere Jugendkampagne durchzuführen. 500 Franken bezahlen wir aus der eigenen Kasse – und die andere Hälfte wollen wir durch Spenden einnehmen», erläutert Adil Koller.

SVP benötigt kein Spendengeld

Mit dem Geld beabsichtigen Koller und Winzap Flugblätter zu drucken, die sie in der Gemeinde Münchenstein verteilen. Möglichst viele Stimmberechtigte sollen damit an die Urne geholt werden, um für das Mini-Parlament zu stimmen. Vor allem auch junge Bürger wollen die beiden Münchensteiner über soziale Medien und die Spenden-Plattform mobilisieren, weil gerade das junge Stimmvolk ihr Stimmrecht zu wenig nutze. «Mit dem Crowdfunding gehen wir neue Wege und sprechen das gleichaltrige Zielpublikum an. Viele Jugendliche unterstützen uns bereits bei diesem Projekt», sagt Koller. Zusätzlich verfassen sie ein Schreiben an die unter 30-jährigen Stimmberechtigten der Gemeinde Münchenstein.

Stefan Haydn von der SVP Münchenstein ist überrascht über das Engagement der beiden Jung-Politiker. Jedoch sieht er keine ernste Gefahr für die kommende Abstimmung. «Wir sind der Überzeugung, dass ein Nein herauskommt», sagt Haydn. Er fügt hinzu, dass sie keine Gegenkampagne starten würden, sondern eine Medienmitteilung, die gegen die Abschaffung der Gemeindeversammlung argumentieren werde. Nachträglich hat er mitgeteilt, dass auch die SVP für die kommende Abstimmung Flugblätter verteilen werde, die über ihre Ansichten informieren. Das Crowdfunding wäre keine Option für die SVP, da sie gemäss Haydns Aussage genug Geld in der Parteikasse hätte.

Virtuelle Spendensammlung

Crowdfunding funktioniert ähnlich wie ein gewöhnlicher Spendenaufruf. Die Initianten werben dabei über eine Plattform im Internet für ihr Projekt. Innerhalb eines vorgeschriebenen Zeitraums, zum Beispiel 100 Tage, können dann Spenden gesammelt werden. Wenn die Initianten das festgesetzte Spendenziel erreichen, wird der Spendenbetrag ausbezahlt. Andernfalls ist das Projekt gescheitert und die Gönner erhalten ihr Geld zurück.

Auf den Crowdfunding-Plattformen kann jeder ein Projekt vorstellen und Spenden dafür sammeln oder selber spenden. Die Jung-Politiker aus Münchenstein haben nach sechs Tagen bereits 200 Franken von den Spendern zugesprochen bekommen. 94 Tage haben sie noch Zeit, die restlichen 300 Franken zu sammeln.

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