Richterich

Umstrittene Laufner Mohrenkopf-Produzentin verlässt Basel

Die Othmar Richterich AG benennt Mohrenköpfe nicht um.

Die Othmar Richterich AG benennt Mohrenköpfe nicht um.

Die Othmar Richterich AG schliesst ihre Filiale in der Innenstadt. Grund dafür ist nicht die Namensdebatte, sondern eine Grossbaustelle.

Für Basler Schleckmäuler ist es eine Hiobsbotschaft: Die Othmar Richterich AG zieht sich aus der Stadt zurück. Ende September schliesst das Unternehmen den Laden an der Heuwaage.

Das Ende der Filiale in der Innenstadt hänge nicht mit den Diskussionen um den Begriff Mohrenkopf zusammen, die das Familienunternehmen zuletzt in die Schlagzeilen brachten. «Unsere Verkaufszahlen sind in den letzten Monaten sogar gestiegen», berichtet Geschäftsleiterin Marianne Richterich. Vielmehr ist es eine bevorstehende Grossbaustelle, die für die Schliessung verantwortlich ist. Das Heuwaage-Hochhaus aus den 1950er-Jahren wird abgerissen und durch einen Neubau an derselben Stelle ersetzt. Das Gebäude an der Steinentorstrasse, in dem der Laden untergebracht ist, liegt gleich nebenan.

Kein Umzug an einen anderen Ort in der Stadt

«Wir befürchten, dass während der Bauzeit kaum mehr Leute in den Laden kommen. Die Parkplätze werden aufgehoben.» Deshalb habe man sich entschlossen, die Filiale zu schliessen, sagt Marianne Richterich. Habe es keine Kundinnen und Kunden, rentiere das Geschäft nicht. Ein Umzug an einen anderen Ort in Basel sei nicht geplant. Die Firma wird aus der Stadt verschwinden.

Die Filiale in der Basler Innenstadt existierte seit dem Jahr 2011. «Der Laden lief relativ gut, war aber nicht mit unserem Hauptgeschäft in Laufen zu vergleichen», sagt Marianne Richte­rich. Im Laufentaler Hauptort stellt das Unternehmen unterschiedliche Schokoladenprodukte her. Regionale Bekanntheit erlangte die Firma durch ihre Mohrenköpfe.

Ab Oktober ist der Fabrikladen in Laufen wieder das einzige Verkaufsgeschäft der Othmar Richterich AG. Vor einigen Monaten bildeten sich vor dem Laden im 5600-Einwohner-Städtchen lange Schlangen. Im Zuge der Black-Lives-Matter-Bewegung hatten die Debatten um den Namen Mohrenkopf wieder Fahrt aufgenommen. Die Laufner Firma erklärte zum wiederholten Mal, das beliebte Produkt nicht umzubenennen. Dabei beriefen sie sich auf den Spitznamen der Laufnerinnen und Laufner, die als Mohren, ein alter Ausdruck für Wildschwein, bezeichnet werden.

Für ihre Beharrlichkeit musste die Firma einige Kritik einstecken. Vor allem schwappte ihr aber eine Welle der Solidarität entgegen.

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