Pratteln

Und er sah, dass die Schoggi gut war — ghanaischer Staatspräsident auf Besuch

Coop-Chef Joos Sutter (links) zeigte dem hohen Gast aus Ghana und Bundesrätin Simonetta Sommaruga die Halba-Schokoladenfabrik. Es wurde auch gekostet.

Coop-Chef Joos Sutter (links) zeigte dem hohen Gast aus Ghana und Bundesrätin Simonetta Sommaruga die Halba-Schokoladenfabrik. Es wurde auch gekostet.

Nana Akufo-Addo, der Präsident von Ghana, beehrte auf seinem Schweiz-Besuch Chocolats Halba in Pratteln. Die Kakao-Bohnen, die er dort sah, kamen ihm ziemlich bekannt vor.

Es ist der erste offizielle Schweiz-Besuch eines Oberhaupts eines afrikanischen Landes seit 60 Jahren – und laut Protokoll führt der zweitägige Aufenthalt auch nach Pratteln. Bei Chocolats Halba soll Ghanas Präsident Nana Akufo-Addo hautnah miterleben, wie aus dem Kakao seines Landes Schweizer Schokolade wird.

Gross ist das Aufgebot, das am frühen Samstagvormittag die Ankunft seiner Exzellenz erwartet. Mittendrin: Doreen Fiedler. Grund, nervös zu sein, habe sie nicht, sagt die Leiterin Support/Projekte bei Halba. «Wieso auch? Alles ist bestens vorbereitet.» Als Fiedler einen Fleck auf dem roten Teppich, der zum Eingang führt, bemerkt, ist im Handumdrehen ein Mann von der Hauswartung mit einem Nass-Staubsauger zur Stelle und der Fleck nach ein paar Sekunden weg.

Alle müssen unter Schutzkleidung, ohne Ausnahme

Dann fährt eine dunkle Limousine vor. Ein Mann, der zu Akufo-Addos Sicherheitsdienst gehört, steigt aus. Er will die Räume, in denen sich der Präsident während seines Aufenthalts bewegen wird, überprüfen. Dazu bittet er die Verantwortlichen von Coop und Halba, die Tour durch die Fabrik etwas zu straffen. «Er muss ja nicht alles sehen. Die zwei, drei wichtigsten Sachen reichen.»

Um 10.09 Uhr kommt die Information rein, dass sich die Wagenkolonne im Belchentunnel befindet. Alle nehmen ihre Positionen ein, wenige Minuten später ist der grosse Augenblick da: Etwa 15 Fahrzeuge tauchen auf dem Halba-Parkplatz auf – darunter auch zwei schwarze Mercedes-S-Klasse-Limousinen, aus denen Nana Akufo-Addo und Simonetta Sommaruga aussteigen. Mit einigem Abstand folgen knapp drei Dutzend weitere Personen, die meisten davon gehören zur Entourage des Ehrengasts.

Es folgen Begrüssungsworte von Halba-Marketingleiter Andreas Hasler und Joos Sutter, Vorsitzender der Coop-Geschäftsleitung. Dann nehmen Akufo-Addo und Sommaruga Platz und lauschen einem Vortrag von Petra Heid. Die Leiterin Nachhaltigkeit bei Halba referiert über das «Sankofa»-Projekt, die Schweizer Plattform für nachhaltigen Kakao-Anbau. Ein grosser Teil der Kakao-Bohnen, die bei Halba verarbeitet werden, stammen aus Ghana.

Danach folgt das grosse Umziehen. Für die Besichtigung der Fabrik brauchen alle Schutzkleidung und Haarnetze. Einen Stock tiefer führt ein langer, mit einem weiteren roten Teppich ausgestatteter Korridor in die Räume der Schokoladenproduktion. Fotografieren ist hier unten bis auf wenige Ausnahmen verboten. Nicht weil seine Exzellenz und die Frau Bundesrätin mit ihren Kopfhauben (wie alle anderen auch) ziemlich unvorteilhaft aussehen, sondern wegen der Gefahr von Industriespionage – es ist also nicht nur der ghanaische Kakao, der die Schokolade so fein macht.

Daniel Facchin, Produktionsleiter bei Halba, meistert die Führung souverän und streut auch den einen oder anderen Funfact ein. So erfährt man, dass die Produktion der Schoggi-Osterhasen im Sommer beginnt.

Seine Exzellenz über die Spezialitäten: «Very good!»

Zurück im Erdgeschoss werden dem ghanaischen Staatsoberhaupt von einem Chocolatier Schokolade-Spezialitäten serviert. Nana Akufo-Addo wirkt, wie schon den ganzen Besuch über, ernst und konzentriert. Im Gespräch mit Sutter und Hasler huscht ihm aber ein Lächeln übers Gesicht. Und auf die Frage, wie ihm die Schokolade geschmeckt habe, gibt es den verbalen Hochdaumen vom Präsidenten: «Very good!», gefolgt von einem «It was very educative» nach der Rede von Simonetta Sommaruga.

Dann macht sich der Tross – mit schokoladigen Präsenten in den Händen – auf in Richtung Zürich-Kloten, von wo Nana Akufo-Addo und sein Gefolge am Nachmittag den Rückflug nach Accra antreten.

Die Zurückbleibenden – ob Polizisten, Führungsetage oder Angestellte – können aufatmen. Allen steht ein «Ist doch prima gelaufen»-Ausdruck ins Gesicht geschrieben. Jetzt müssen nur noch die roten Teppiche wieder eingerollt werden. «Für den nächsten Besuch eines Staatsoberhaupts holen wir sie dann wieder hervor», witzelt Coop-CFO Reto Conrad.

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