Alles wollte nach Dittingen. Alles aus Richtung Basel und alles zur selben Zeit: samstags, kurz nach Mittag. Dann sollte nämlich der Startschuss zu den Dittinger Flugtagen fallen, und zwar mit einem Paukenschlag. Die Show eröffnete niemand Geringeres als die Patrouille Suisse. Jene, die um knappen Raum auf den Anfahrtsstrassen aus den Vorjahren wussten, hatten da ihre Kameras mit Telezoomobjektiven längst schussbereit im Anschlag.

Wenn die Flugtage im Laufental locken, kommen sie in Scharen. Die Fotografen, Knipser mit ihren Rohren, den Stativen, dem Rucksack auf dem Rücken (oder der Frau, die dem Manne das Equipment mit stoischer Gelassenheit hinterherträgt) und - an einem schönen Tag wie diesem Samstag - gebührendem Sonnenschutz für das so flugverwöhnte Haupt. Dicht an dicht harren sie dann der Absperrung entlang, keine Landung entgeht ihnen und auch kein Überschlag.

Klappstuhl-Gedränge an der Piste

Auf der Skala der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände folgt direkt nach der Kamera der Klappstuhl. Ganze Batterien von Klappstühlen säumen nämlich die Piste, Lehne an Lehne, Getränkehalter an Getränkehalter. Und in jedem sitzt ein Aviatikfan, den Kopf in den Nacken gelegt, zwischen den Füssen ein kühlendes Getränk, dem Geschehen in den Lüften zu frohlocken.

Ausgefallene Dorffest-Stimmung

Auf Haag, dem Dittinger Flugplatz, fanden vergangenes Wochenende nicht nur die mittlerweile 30. Flugtage statt. Es war ebenso ein Dorffest mit Wurst und Bier und einer Stimmung, die aus einer Mischung aus Partylaune, Begeisterung für die Aviatik und dem Ehrgeiz bestand, das eindrücklichste Bild auf den Sensor zu bannen. Am Zaun die Planespotters, dahinter die Klappstuhlarmada und wiederum dahinter Picknickdecken, oder kurz: die pure Gemütlichkeit. Und überall dazwischen wuselnde Kinder, in der Hand Fluggerät im Miniformat.

Patrouille Suisse zeigt den Tunnel

Doch zurück zu den echten Himmelsstürmern. Ein zweibeiniger war auch vor Ort: Skispringer Simon Amman verteilte Autogramme. Höhepunkt aber, selbstredend und neben Spitfire, Avenger und Jak 52, war die Patrouille Suisse.

Ihre präzise Vorführung steigerte sich von Figur zu Figur, bis sie zum letzten Akt ausholten, dem Tunnel. Hierbei bilden fünf Piloten eine Art Tunnel, durch das der sechste in entgegengesetzter Richtung und mit knapper Schallgeschwindigkeit hindurchfegt. Die Begeisterung in den Gesichtern der wirklich zahlreichen Augenzeugen allein war einen Besuch der Dittinger Flugtage Ausgabe 2013 wert.