Eidgenössische Wahlen

Und sie wollen es schon wieder tun! Die EVP verbannt Wahl-Plakate

«Wollen nicht das ganze Baselbiet verschandeln»: Wahlplakate wie hier an der Hauptstrasse in Birsfelden wird es von der EVP Baselland wiederum keine geben.

«Wollen nicht das ganze Baselbiet verschandeln»: Wahlplakate wie hier an der Hauptstrasse in Birsfelden wird es von der EVP Baselland wiederum keine geben.

Die Baselbieter EVP verzichtet für die nationalen Wahlen im Herbst erneut auf das Aufstellen von Wahlplakaten. Die Kandidierenden der Mittepartei sollen stattdessen ihre Plakate auf Leiterwägelchen montieren und so auf Stimmenfang gehen.

Als erste Baselbieter Partei hat die EVP den Wahlkampf für die eidgenössischen Wahlen vom 20. Oktober eröffnet. Die Evangelischen stellten gestern in Liestal ihre Kandidierenden vor. Die Mittepartei will mit zwei Listen einen der sieben Baselbieter Sitze im Nationalrat erobern. Es wäre eine Premiere. Bei den Nationalratswahlen 2015 kam die EVP auf 2,2 Prozent der Stimmen.

Mit der Spitzenkandidatin Elisabeth Augstburger tritt die Kleinpartei zudem für den Ständerat an. Die ehemalige Landratspräsidentin hat kaum Wahlchancen fürs «Stöckli». «Uns ist bewusst, dass es schwierig wird für den Ständerat», sagte Parteipräsident Martin Geiser an der Medienkonferenz im Regierungsgebäude. «Aber als Mittepartei wollen wir Präsenz zeigen.»

Einige wenige Plakate gibts dann doch: Elisabeth Augstburger, Spitzenkandidatin der EVP, und Nationalratskandidat Daniel Kaderli halten eines der druckfrischen Fabrikate hoch an der Medienkonferenz der Partei zu den eidgenössischen Wahlen.

Einige wenige Plakate gibts dann doch: Elisabeth Augstburger, Spitzenkandidatin der EVP, und Nationalratskandidat Daniel Kaderli halten eines der druckfrischen Fabrikate hoch an der Medienkonferenz der Partei zu den eidgenössischen Wahlen. 

Auf eine andere Form von Präsenz verzichtet die EVP: Die Gesichter ihrer Kandidierenden werden nicht an Kandelabern, Geländern und Bäumen zu sehen sein. Auf diese Strategie setzte die Partei schon zuvor. Vize-Parteipräsidentin und Landrätin Andrea Heger sagte: «Für die EVP ist Nachhaltigkeit schon lange ein Thema. Wir wollen nicht Unmengen Plakate drucken und das ganze Baselbiet verschandeln.»

Zu sehen sein werden die Konterfeie der Kandidierenden trotzdem. Die sollen die Plakate auf Leiterwägelchen montieren und so im Kanton auf Stimmenfang gehen. 

Parteipräsident beziffert Wahlchancen auf 30 Prozent

Die Redner betonten, die EVP setze traditionell auf Ökologie und Soziales, ebenso nehme die Partei die Frauenförderung ernst. Sonja Niederhauser: «Auf unserer Hauptliste für den Nationalrat sind die ersten drei Positionen mit Frauen besetzt.» Neben Augstburger sind das Andrea Heger und Vize-Parteipräsidentin Sara Fritz. Die Siebnerliste komplettieren Landrat Werner Hotz, Lukas Keller, der Biel-Benkemer Gemeinderat Daniel Kaderli und Martin Geiser.

Im Juni gaben EVP, CVP, GLP und BDP bekannt, dass sie eine Listenverbindung eingehen. Die CVP werde ihr Mandat verteidigen, sagte Geiser gestern. Die Chancen auf einen zweiten Mitte-Sitz stünden 50:50. «Die BDP ist ungefährlich. Wir müssen eine Stimme mehr machen als die GLP.» Er bezifferte die Wahrscheinlichkeit auf einen EVP-Sitz mit 30 Prozent.

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