Gemeinderatsnachwahl

Ungewollt gewählt: «Ich muss mir das überlegen und möchte zwei, drei Nächte darüber schlafen, ob ich das Amt annehmen will oder nicht»

Bei der Gemeinderatsnachwahl in Nusshof wurden zwei Personen gewählt; die eine benötigt Bedenkzeit, die andere lehnt die Wahl ab.

Bei der Gemeinderatsnachwahl in Nusshof wurden zwei Personen gewählt; die eine benötigt Bedenkzeit, die andere lehnt die Wahl ab.

Bei der Gemeinderatsnachwahl in Nusshof wurden zwei Personen gewählt; die eine benötigt Bedenkzeit, die andere lehnt die Wahl ab.

Rolf Wirz, 31 Stimmen. Carolina Fricker, 13 Stimmen. So präsentierte sich am Sonntag das Protokoll der Nachwahl für die zwei Nusshöfer Exekutivsitze, die per Ende Juni vakant werden (bz von gestern). Der seit 20 Jahren amtierende Gemeindepräsident Paul Richener und Gemeinderätin Karin Schweizer traten zur Erneuerungswahl vom 9. Februar nicht mehr an. Niklaus Lang wurde als Bisheriger vor sechs Wochen klar wiedergewählt.

Weder Wirz noch Fricker kandidierten offiziell für diese Nachwahl. Für Caroline Fricker war schon vor dem Urnengang klar, dass dieses Amt für sie nicht in Frage kommt. Das habe sie bereits kommuniziert, als sie angefragt worden sei. «Die 13 Stimmen widerspiegeln das, was viele wahrscheinlich schon vor dieser Wahl gewusst haben», erklärt Fricker. Sie könnte es mit ihrem Beruf nicht vereinbaren, es wäre eine Doppelbelastung, die für sie derzeit nicht machbar sei.

Rolf Wirz hat sich eine Woche Bedenkzeit ausbedungen. «Ich muss mir das überlegen und möchte zwei, drei Nächte darüber schlafen, ob ich das Amt annehmen will oder nicht», sagt Wirz zur bz. Dieser kam im ersten Wahlgang im Februar auf 18 Stimmen, vorgestern auf deren 31. Beide Male hat er sich nicht offiziell beworben. «Ich habe mich auch diesmal nicht selber gewählt, sonst hätte ich 32 Stimmen gemacht», scherzt Rolf Wirz, der als Leiter Kommunikation der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion sowie als Mitglied des Kantonalen Krisenstabs momentan enorm gefordert ist. Der 56-Jährige wurde nach dem ersten Wahlgang von Gemeinderat Niklaus Lang kontaktiert und verblieb damals mit ihm, die Nachwahl abzuwarten. Nun liegt der Ball bei Wirz.

Der Gemeindepräsident hat Carolina Fricker und Rolf Wirz bereits in einem Schreiben zur Wahl gratuliert und sie dazu aufgefordert, bis kommenden Montag schriftlich Annahme oder Ablehnung der Wahl zu erklären. Möglicherweise wird Präsident Paul Richener ein halbes Jahr länger im Amt bleiben. Weil wegen der Corona-Krise bis Ende Juni weitere Wahlgänge abgesagt worden sind, kann der neue Gemeinderat nicht mehr rechtzeitig komplettiert werden. Deshalb hat die Regierung vergangene Woche entschieden, für kommunale Behörden die laufende Amtsperiode um sechs Monate bis Ende 2020 zu verlängern.

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