Am Donnerstagabend soll Bianca Maag-Streit Präsidentin des Verbands Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG) werden. Die Reinacher Gemeinderätin dürfte damit die Nachfolge von Peter Vogt (Gemeindepräsident Muttenz) antreten. Statutengemäss wird der Vorstand des Verbands, also auch Maag, für vier Jahre gewählt. Doch das wird am Donnerstag anders, falls sich die Gemeinderegionen Plattform Leimental Plus und Birsstadt mit ihrem Antrag durchsetzen. Sie wollen nämlich die gesamte Verbandsleitung einmalig nur für ein Jahr wählen.

Hintergrund sind die strukturellen Änderungen, vor denen der Verband steht. Das Gemeinderegionengesetz, das der Kanton derzeit ausarbeitet, solle Aufgaben für die Gemeinderegionen definieren. Letztere seien bereits jetzt zu einem starken Sprachrohr der Gemeinden geworden, sagt der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf, Geschäftsführer der Plattform Leimental Plus. Damit könnten sie ihre Interessen gegenüber Kanton und Öffentlichkeit wahrnehmen. «Der VBLG hat oft ein Korsett an, weil er in einer Pattsituation ist, wenn Gemeinden entgegengesetzte Haltungen einnehmen», so Wolf. Dann äussere sich der Verband meist gar nicht, das nützte niemandem etwas. Man müsse deshalb eine neue Rolle für den VBLG finden.

Regionen bestimmten Vorstand mit

Um diese Anpassungen zu meistern, hat der Verband bereits eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Sie soll im kommenden Frühling Strukturanpassungen vorschlagen. Doch das ist für Plattform Leimental Plus und Birsstadt die falsche Reihenfolge. Sie möchten erst die Strukturen des Verbands bereinigen und erst danach den Vorstand wählen, der die Strukturen umsetzt. «In einem Jahr wissen wir, wie der Verband aussieht», sagt Wolf. «Und dann brauchen wir Leute im Vorstand, die voll hinter den Veränderungen stehen.» Daher kommt der Vorschlag der beiden Unterbaselbieter Regionen, das Präsidium nur für ein Jahr zu besetzen. Man wolle keinesfalls den Verband gegenüber den Regionen schwächen, betont Wolf, sondern ihm «fokussiert Aufgaben geben». Und gegen Maag richte sich der Vorschlag der Regionen nicht.

Die designierte Präsidentin versteht die Absicht der beiden Gemeinderegionen nicht. «Die Regionen konnten Vorschläge machen, wer sie im Vorstand vertreten soll, und wir haben das berücksichtigt», sagt Maag. «Gegenüber diesen Personen ist es ein Affront, jetzt zu behaupten, sie seien in einem Jahr vielleicht nicht mehr die Richtigen.» Und in einem Jahr werde der Kanton noch nicht wissen, welche Rolle die Gemeinderegionen spielen sollten.

Darauf weist auch Noch-Präsident Peter Vogt hin. Eine einjährige Amtsdauer hält er für «unvorsichtig» und ungenügend lang. Schliesslich seien mit grosser Wahrscheinlichkeit Statutenänderungen notwendig. Und über Maag, die seit 2005 im Vorstand sitzt, sagt er: «Sie kennt den Verband gut und kann Veränderungsprozesse problemlos bewältigen.»