Ständeratswahlen

Unterlegene FDP-Frau Daniela Schneeberger: «Ich war die richtige Kandidatin der Bürgerlichen»

Die bürgerliche Ständeratskandidatin Daniela Schneeberger (FDP) musste sich nach einem äusserst knappen Rennen mit Platz 2 zufrieden geben.

Die bürgerliche Ständeratskandidatin Daniela Schneeberger (FDP) musste sich nach einem äusserst knappen Rennen mit Platz 2 zufrieden geben.

Im ersten Wahlgang lag sie noch deutlich vorne, im zweiten Wahlgang musste sie sich gegenüber der Grünen-Kandidatin Maya Graf geschlagen geben. Die unterlegene FDP-Herausforderin Daniela Schneeberger zeigte nach ihrer knappen Niederlage Grösse und Emotionen.

Einerseits sprach aus der Verliererin Daniela Schneeberger viel Erleichterung, als sie sich gestern kurz vor 14 Uhr im Regierungsgebäude der Myriade der Medienanfragen- und Interviews stellte: Dass die 52-jährige Thürnerin nach dem monatelangen, erschöpfenden Wahlkampf Maya Graf ein derart enges Rennen geliefert hatte, befriedigte sie sichtlich. Anderseits musste Schneeberger vor Rührung eine Träne verdrücken, als ihr FDP-Parteipräsidentin Saskia Schenker zum guten Resultat gratulierte.

Frau Schneeberger, was überwiegt bei Ihnen: Der Ärger über die Niederlage oder der Stolz auf das knappe Resultat?

Daniela Schneeberger: Maya ist medial stets als Favoritin gehandelt worden. Ich wusste aber, dass die Karten im zweiten Wahlgang neu gemischt würden und es zu einem offenen Rennen kommt. Darum habe ich eine Freude am Resultat und an jenen Stimmen, die ich erhalten habe. Meiner Konkurrentin möchte ich zur Wahl gratulieren und mich für den fairen Wahlkampf bedanken.

Müssen Sie sich Fehler im Wahlkampf vorwerfen lassen? Waren Sie nach dem ersten Wahlgang noch die richtige Kandidatin?

Ich habe im zweiten Wahlgang getan, was ich konnte. Die beiden Wahlgänge waren ein ganz intensive Zeit, und ich habe immer gesagt, dass ich mich freue, wenn die Entscheidung endlich gefallen ist. Ich war die richtige Kandidatin der Bürgerlichen und der Mitte. Mein Resultat beweist das.

Sie haben nach dem ersten Wahlgang die Taktik geändert, und Maya Graf als für die Mitte unwählbaren Linksaussen dargestellt. Kam dieser Angriff zu spät?

Ich denke, nicht, dass das zu spät kam. Ich habe das auch nicht als Angriff angesehen, sondern wir wollten den Wählerinnen und Wählern aufzeigen, wie sich die Gegenkandidatin inhaltlich positioniert. Meine Positionen hatte ich ja bereits vor dem ersten Wahlgang ausführlich dargelegt.

Was bedeutet Maya Grafs Wahl für die künftige Politik im Ständerat?

Die Kräfte im Stöckli haben sich nicht entscheidend verschoben. FDP und CVP halten nach wie vor die meisten Sitze. Insofern wird jetzt nach Mayas Wahl bezüglich der politischen Ausrichtung nicht so viel passieren.

Gab es in diesem Wahlkampf für Sie einen entscheidenden Moment, eine entscheidende Wende?

Da kommt mir nichts in den Sinn. Wir gingen in den zweiten Wahlgang, um zu gewinnen.

Wenn Sie die Detailergebnisse studieren, gibt es da eine Gemeinde, die Sie resultatmässig überrascht oder enttäuscht hat?

Ich muss diesen Wahlausgang zuerst setzen lassen. Darum kann ich jetzt noch keine detaillierte Einschätzung abgeben. Auf die Schnelle ist mir aufgefallen, dass ich im Unterbaselbiet sehr gut Stimmen gesammelt habe.

In der Regel schafft ein amtierender Ständerat im Baselbiet die Wiederwahl. Haben Sie heute Ihre einzige Chance auf einen Sitz im Stöckli vergeben?

Ich schaue jetzt nach vorne. Ich bin sehr gerne Nationalrätin und mir ist wichtig, dass die Menschen wissen, dass ich meinen Kanton weiterhin mit vollem Einsatz vertreten werde. Alles andere wird die Zukunft zeigen.

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