Das gab es wohl noch nie. In einer gemeinsamen Mitteilung fordern die Regierungen beider Basel einen Sitz für die Region im Bundesrat. Sie unterstützen daher die Kandidatur der Baselbieter CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter als Nachfolgerin von Doris Leuthard, über die das Parlament am 5. Dezember befindet.

Die Region sei seit einer «unverhältnismässig langen Zeit» nicht mehr im Bundesrat vertreten und zudem mit nur gerade drei Bundesräten seit 1848 klar unterrepräsentiert. Baselland konnte mit Emil Frey (1890 bis 1897) nur gerade einen Bundesrat stellen. Aus Basel-Stadt stammen die Bundesräte Ernst Brenner (1897 bis 1911) und Hans-Peter Tschudi (1959 bis 1973).

«Schwer verständlich»

Diese kleine Zahl von Bundesräten erachten die beiden Regierungen alleine schon angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung der Region für die Schweiz als «schwer verständlich». Aus ihrer Sicht wäre es zudem für die Identifikation der Bevölkerung beider Basel mit der Eidgenossenschaft wichtig, wenn wieder einmal eine Person aus der Region «das hohe Amt im Bundesrat bekleiden könnte».

«Die Schweiz ist eine Willensnation, die eine sprachliche, konfessionelle, kulturelle und wirtschaftliche Vielfalt vereint», betont Basels Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann. «Diese Vielfalt muss im Bundesrat regelmässig abgebildet sein.» Daher sei für die Basler Regierung die Herkunft der Bundesratsmitglieder wichtig.

Das sehen nicht alle so. Vergangene Woche hatte die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger in einem bz-Gastkommentar erklärt, «dass Geschlecht und Herkunftskanton bei einer Bundesratswahl nicht die entscheidenden Kriterien sein sollten». Ohne sie namentlich zu nennen, fiel sie damit indirekt Schneider-Schneiter in den Rücken, was gerade bei der Baselbieter CVP für böses Blut sorgte.

Die Regierungen kommen denn auch zu einem ganz anderen Schluss: Sie wollen Schneider-Schneiter im Bundesrat sehen. Diese wisse, was es für eine prosperierende Schweiz braucht und verfüge über breite politische Erfahrung sowie einen ausgezeichneten Leistungsausweis. (dba/SDA)