Binningen

Urs-Peter Moos: «Ich bin nicht mehr der Haudegen von früher»

Urs-Peter Moos.

Urs-Peter Moos.

Landrat Urs-Peter Moos aus Binningen hat genug von seiner Rolle als Fraktionsloser: Er tritt der BDP Baselland bei, wie es in einer Mitteilung heisst. Er war bis 2012 Mitglied der SVP, wurde aber dann wegen Querelen ausgeschlossen.

Herr Moos, Sie gelten nicht eben als stromlinienförmige Natur. Warum haben Sie sich der BDP angeschlossen, die ja eher den Ruf einer biederen Mittepartei hat?

Urs-Peter Moos: Mich überzeugt das Konzept der politischen Mitte. Zu unrecht wird ihr nachgesagt, Windfahnenpolitik zu betreiben. Ich empfinde die Mitte und insbesondere die BDP als sachorientierte Partei mit viel liberal-bürgerlichem Gedankengut.

Sie scheinen einen Reifeprozess durchgemacht zu haben. In Ihrer politischen Anfangsphase vor sieben Jahren lehrten Sie dem Establishment das Fürchten.

Ich glaube tatsächlich, dass ich einen Prozess durchgemacht habe. Als 40-Jähriger bin ich nicht mehr der Haudegen, der ich mit 33 Jahren war. Trotzdem bin ich überzeugt, dass ich auch damals Sachpolitik gemacht habe - wenn mir allerdings jemand gegenübersass, der seine Fehlleistungen aussitzen wollte, habe ich zwei Gänge höher geschaltet. Dass ich reifer geworden bin, heisst aber nicht, dass ich nicht mit dem gleichen Engagement politisiere wie früher.

Sie politisierten zuletzt als Fraktionsloser. Eine Überlegung hinter dem BDP-Anschluss waren gewiss auch die Landratswahlen 2015.

Natürlich. Es hätte mich zwar gereizt, mit den Freien Wählern ein Landratsmandat anzustreben. Für einen solchen Effort hätte mir aber wohl die Zeit gefehlt.

Was passiert mit den Freien Wählern, der Partei, die Sie nach Ihrem Rauswurf aus der SVP gründeten?

Zuoberst stand und steht mein Amt als Binninger Gemeinderat, dann dasjenige als Landrat. Für die Freien Wähler, die eher als Verein zu verstehen sind denn als politische Partei, hatte ich nur wenig Zeit. In welcher Form die Freien Wähler, der rund 50 Mitglieder angehören, weiterbestehen werden, ist ungewiss. Darüber werden wir demnächst entscheiden. Eines kann ich aber mit Gewissheit sagen: Mit der BDP habe ich meine politische Heimat gefunden. Einen weiteren Parteienwechsel wird es nicht geben.

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