Velotaxi

Velo-Rikscha als Alternative zum Taxi

Tilmann Schor fährt seine Frau Iris und Simone Blatter von A nach B.  jun

Tilmann Schor fährt seine Frau Iris und Simone Blatter von A nach B. jun

Der Basler Tilmann Schor will mit seinem Fahrzeug einen Beitrag an den Umweltschutz leisten.

Tilmann Schor kann Autoabgase nicht ausstehen und mag keinen Motorradlärm. Da kommt ihm eine Idee, was seinen Unmut im Strassenverkehr lösen kann: eine Elektro-Rikscha als abgasfreie Alternative zu anderen Taxiunternehmen. Kurzerhand stellt er sein Konzept vergangenen Sommer bei den IWB vor. «Das Velo-Taxi ist emissionsfrei. Ich trete mit Pedalen und beim Anfahren sowie bei Steigungen hilft ein Stützmotor», erklärt er. Die IWB seien begeistert gewesen. «Sie haben mich ermutigt, mit meinem Projekt sofort zu starten.»

Die Idee, dass Basel Velotaxis gebrauchen kann, kam dem 42-Jährigen während seiner Ferien in Colmar vor einem Jahr. «Ein Rikscha-Fahrer hat mich und meine Frau ins Hotel gefahren.» Der Fahrer habe ihm erzählt, er habe mit dieser Art Personentransport angefangen, um seine Mutter vom Altersheim zur Bushaltestelle zu fahren. Diese nämlich sei verschoben worden und somit für die Altersheimbewohner mühsam zu erreichen gewesen.

Ein Problem, das auch in Basel existiert, ist Schor überzeugt. «Ich möchte mit dem Velotaxi Gehbehinderten oder alten Menschen die Möglichkeit geben, ihre Besorgungen selbstständig erledigen zu können. Für viele von ihnen stellt bereits der Weg zum Optiker ein Problem dar.» Zu seinem weiteren Zielpublikum gehören Detailhändler, die Schor nach deren Einkäufen vor den Geschäften aufladen kann. «Aber auch Touristen bekommen auf meinem Taxi einen anderen Eindruck der Stadt.»

Die Rikscha selber musste Schor nicht herstellen lassen, denn diese Velos standen in der Schweiz bereits an der Expo.02 im Einsatz. Die Fahrzeuge wurden danach nicht mehr verwendet. Doch der damalige Initiant des Expo.02-Projektes hatte noch ein Velotaxi in seiner Garage. «Ich habe ihm das Velo spontan abgekauft», erklärt Schor. Nun sei er schweizweit der einzige Besitzer einer Velo-Rikscha – neben Colmar kurven noch einige auf den Strassen Wiens herum.

Ob sich Schors Konzept finanziell lohnt, möchte er nach einer einjährigen Testphase entscheiden. «Hat mein Velotaxi Erfolg, werde ich das Projekt ausbauen.» Sein Ziel: «Ich würde gerne ein Taxiunternehmen aufbauen.» Zum ersten Mal tritt Tilmann Schorr heute Abend bei der Eröffnung des Weihnachtsmarktes auf dem Marktplatz in die Pedale. Es sei denn, die Rikscha besteht am Morgen die Prüfung bei der Motorfahrzeugkontrolle nicht.

Web: www.velotaxi-basel.ch

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