Im Seniorenzentrum Rosengarten in Laufen sollen zwei Pflegerinnen Schreckliches mit einer Bewohnerin vorgehabt haben. Ausgerechnet dort, wo ältere Menschen auf die Fürsorge und Obhut anderer angewiesen sind, sollen zwei Angestellte eine Seniorin um Tausende Franken betrogen haben und sie zum Schluss sogar töten wollen.

Wie der «Blick» am Donnerstag berichtet, seien zwei Angestellte des Altersheims entlassen worden. Eine der beiden Pflegerinnen hätte sich mit einer Bewohnerin des Laufner Heims angefreundet, habe ihr Vertrauen gewonnen und so Zugang zu deren Bankkonto erhalten. Die Seniorin, die zwar «betagt, aber noch vollständig urteils- und handlungsfähig» sei, habe der Frau eine Vollmacht für ihr Konto gegeben.

Dies habe die Pflegerin schamlos ausgenutzt. Der «Blick» spricht davon, dass der Rentnerin rund 20'000 Franken abgeknöpft wurden.

Doch der alten Frau fällt der Diebstahl auf, sie will sich an ihren Treuhänder wenden. Soweit sei es aber laut «Blick» gar nicht gekommen. Aus Angst aufzufliegen, habe die betrügerische Angestellte ihre Kollegin im Seniorenzentrum eingeweiht, gemeinsam hätten sie Gift besorgt. «So viel ich weiss, wollten sie die Dame mit Rizinussamen vergiften», sagt eine Person, die unerkannt bleiben möchte, zum «Blick». Die Samen sind zermahlen schon in kleinster Dosis tödlich.

Was dann genau geschah, ist Teil von Ermittlungen der Baselbieter Staatsanwaltschaft. Denn der tödliche Plan ging nicht auf. Die Heimbewohnerin meldete die zwei Frauen der Altersheimleitung. Diese zog sofortige Konsequenzen. Die Pflegerinnen wurden entlassen und die Staatsanwaltschaft informiert. Ob sich die beiden Pflegerinnen in Untersuchungshaft befinden, will die Staatsanwaltschaft nicht kommentiert. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Für die Leitung des Seniorenzentrums ist der Fall ein Schock. Das Heim sei sehr darauf bedacht, Grenzverletzungen zu verhindern. «Wir haben bereits heute mehrere Hürden eingebaut, die einen Missbrauch jeglicher Art verhindern sollen. Bei jeder Anstellung wird ein Strafregisterauszug verlangt, Referenzen eingeholt, und alle Mitarbeitenden sind laut unserer Charta verpflichtet, Verstösse umgehend zu melden», sagt Zentrumsleiter Michael Rosenberg zum «Blick». Intern werde der Fall nun aufgearbeitet. Die Seniorin bleibe auch nach dem schrecklichen Vorfall Bewohnerin des «Rosengartens». (zam)