Gemeindeversammlung

Vereinsbeiträge gefährdet: Oberdorf muss die Sparschraube anziehen

Die Gemeinde Oberdorf im Waldenburgertal muss sparen.

Die Gemeinde Oberdorf im Waldenburgertal muss sparen.

Die Gemeinde Oberdorf im Waldenburg muss sparen. Dafür stehen einschneidende Massnahmen an, sogar Vereinsbeiträge der Gemeinde sind in Gefahr.

Die langfädigen Informationen zum Schluss der Gemeindeversammlung (GV) waren ein Vorgeschmack auf die Budget-Gmeini im November. Gemeindepräsident Piero Grumelli lamentierte, wie schlecht es Oberdorf finanziell gehe. Und er tat gut daran, sich zu entschuldigen für den teils provokativen Ton, den der Gemeinderat in den Unterlagen zur GV angeschlagen hatte.

Arbeitsgruppe kritisiert Gemeinderat

«Bisher haben wir die stets steigenden Kosten auffangen können.» Nun aber müssten sie mit allen Mitteln verhindern, dass das Eigenkapital von zwei Millionen Franken weggefressen werde, sagte Grumelli mit bebender Stimme. Nichts soll tabu sein. Die ins Leben gerufene Arbeitsgruppe «Gemeindestrukturen» erarbeitete Möglichkeiten zum Sparen. Ihr Papier war an der GV aber nur am Rand ein Thema. Ein Mitglied beschwerte sich deshalb und verlangte, dass es auf der Gemeinde-Homepage online gestellt wird.

Ob Sparmassnahmen schliesslich griffen, sei fraglich, schränkte der Gemeindepräsident ein. «Unser Ziel ist nicht, alles zu streichen, aber wir müssen uns überlegen, was wir uns künftig noch leisten wollen.» In den Fokus rücken könnten auch Unterstützungsbeiträge für die Gemeindebibliothek und den Fussballclub. Dass dies Widerstand auslöst, ist logisch.

Hansjörg Regenass, der Präsident des FC Oberdorf, und eine Vertreterin der Gemeindebibliothek machten ihrem Unmut Luft, dass der Gemeinderat ihre Sparten als «Hobbys einiger Einwohner» und «Luxusbereiche» bezeichnete. Regenass warnte davor, auf Vereinsbeträge zu verzichten. «Der FC kann nicht alle Kosten alleine tragen.»

Die Budget-GV verspricht spannend und emotional zu werden. Der Gemeinderat muss den Sparhebel ansetzen, um die jährliche Rechnung merklich zu entlasten. Im Raum steht auch ein höherer Steuerfuss, der derzeit 60 Prozent beträgt. Ein Prozentpunkt würde 60 000 Franken mehr in die Gemeindekasse spülen.

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