In 14 Baselbieter Gemeinden wurde am Sonntag nochmals zur Urne gebeten. Im unteren Kantonsteil waren es drei Gemeinden, die ihre Exekutive vervollständigten und dabei gleich die SVP zur grössten Gewinnerin der diesjährigen Gemeinderatswahl machten. Mit dem Einzug von Roman Klauser in die Allschwiler Exekutive und der Rückeroberung des Sitzes von Ex-SVP-Mitglied Urs-Peter Moos im Binninger Gemeinderat holten sie noch zwei Sitze und stellen neu sieben Gemeinderäte (berücksichtigt wurden alle in der Grafik aufgeführten Gemeinden). Bei den Wahlen 2012 fielen ihnen nur fünf Sitze zu.

Sehen Sie welche Partei bei den neusten Wahlen sowie bei den Gemeindewahlen 2008 und 2012 im Unterbaselbiet wie viele Sitze machte (oben) und schauen Sie, wie sich die Zahl in Ihrer Gemeinde verändert (unten).

 
Eine komplett positive Bilanz kann die SVP trotzdem nicht ziehen. Im ersten Wahlgang musste sie mit den Landräten Paul Wenger in Reinach und Dominik Straumann in Muttenz zwei prominente Abwahlen verkraften. Dafür schaffte SVP-Landrat Urs Hess in Pratteln auf Kosten der SP den Einzug in den Gemeinderat und Daniel Ivanov holte in Bottmingen einen Sitz für die SVP.

FDP und SP halten ihre Sitzzahl

Am meisten Gemeinderatssitze besetzt in der Agglomeration aber nach wie vor die FDP. Sie kann bei je einem Sitzverlust in Ettingen und Bottmingen und je einem Sitzgewinn in Reinach und Binningen ihr Total von 28 Sitzen halten. In Ettingen und Bottmingen ergatterte dafür die SP je einen zusätzlichen Sitz. Auch in Oberwil darf die SP bald mitpolitisieren. Dafür verlor sie in Pratteln gleich zwei ihrer drei Sitze und einen ihrer drei in Allschwil. Unter dem Strich kann somit auch die SP ihre Anteile halten: 2016 gestanden ihr die Wähler wie schon 2012 25 Sitze zu – drei weniger als 2008, als die SP im Unterbaselbiet noch stärkste Exekutiv-Partei war.

Einen Sitz mehr als 2012 machte dieses Jahr die CVP. In Birsfelden, wo der Gemeinderat ab Sommer nur noch aus fünf statt sieben Personen besteht, stellt sie künftig zwar nur noch ein statt zwei Exekutivmitglieder. Dafür ist sie in Ettingen künftig mit drei statt zwei Mitglidern vertreten und schaffte am Sonntag auch in Pfeffingen den Einzug in den Gemeinderat. So besetzt sie in der kommenden Legislaturperiode neu 19 statt 18 Sitze.

In Binningen schaffte Landrätin Rahel Bänziger den Einzug in den Gemeinderat nicht. Damit verlieren die Grünen ihren dortigen Sitz. In Birsfelden trat der Ex-Grüne Jürg Wiedemann nicht mehr zur Wahl an. Dafür sitzt in Pratteln neu Roger Schneider für die Unabhängigen im Gemeinderat, die eng mit den Grünen zusammen politisieren. Neu ist auch die GLP dank der Wahl in Münchenstein in der Gemeindeexekutive vertreten. Die EVP behält mit dem Muttenzer Gemeinderat Thomi Jourdan ihren einzigen Gemeinderatssitz weiterhin.

Eingebüsst haben teilweise auch ortsspezifische Parteien. In Oberwil und Bottmingen verlieren sie mit ihren prominetsten Vertreterinnern jeweils einen Sitz. In Oberwil trat Gemeindepräsidentin Lotti Stokar von der Neuen Liste Oberwil (NLO) nicht mehr an, in Bottmingen liess sich Gemeindepräsidentin Anne Merkofer von den Überparteilichen Wählern (ÜW) nicht mehr aufstellen.

Ein Drittel sind Frauen

Rund ein Drittel der Gemeinderatssitze im Unterbaselbiet werden von Frauen besetzt. 2012 wurden 32 gewählt, dieses Jahr 31. Weil es aufgrund der Änderungen in Birsfelden dieses Jahr ingesamt aber nur noch 94 statt 96 Sitze zu vergeben galt, büssen auch die Männer einen Sitz ein und stellen neu 63 statt 64 Gemeinderäte. In Überzahl sind die Frauen ab der kommenden Legislaturperiode lediglich in Aesch mit vier von sieben und in Brisfelden mit drei von fünf Sitzen. Am krassensten untervertreten sind sie nach der Wahl in Allschwil, Alresheim und Pratteln, wo sie künftig jeweils einen Sitz besetzen werden.

Sehen Sie wie sich der Anteil Frauen in den Gemeinderäten über die Jahre im Unterbaselbiet veränderte (oben) und beobachten Sie die Veränderung in Ihrer Gemeinde (unten).