Anti-Stau-Forderungen

Verkehrsüberlastung, Baustellen und fehlende Parkplätze: «Wir stehen tagtäglich im Stau»

Seit Jahr(zehnt)en das gleiche Bild: Stau in der Region.

Seit Jahr(zehnt)en das gleiche Bild: Stau in der Region.

Konferenz der Gewerbe- und Industrievereine stellt fünf Anti-Stau-Forderungen an Baselbieter Regierung.

2013 ging die Wirtschaftskammer in die Offensive und präsentierte einen 5-Punkte-Plan zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur entlang der Autobahn A2 Augst–Basel. Die Forderungen waren konkret, der Ton der Formulierung deutlich. Dieses Mal ist alles anders. Ausser den Gründen, sagt Beat Huesler, Präsident der Baselbieter Konferenz der Gewerbe- und Industrievereine (KGIV).

«Unsere KMU stehen tagtäglich im Stau.» Hinter der lancierten Mobilitätskampagne und dem Forderungskatalog steht dieses Mal nicht die Wirtschaftskammer, sondern stehen die in den Gemeinden verankerten Gewerbe- und Industrievereine. Die Nähe zur Bevölkerung wird gezielt gesucht, das Bewusstsein für die Problematik soll gestärkt werden.

Auch die Formulierungen sind milde, ja wirken teilweise fast schon harmlos. «Die Baustelleninformationen sind rechtzeitig zu kommunizieren; der Verkehrsfluss ist zu wahren; Echtzeit-Verkehrsinformationen sind auszubauen; Parkplätze sicherzustellen und Verkehrs-Neubauprojekte zügig voranzutreiben.»

Ständige Verkehrsüberlastung, Baustellen und fehlende Parkplätze bereiten den Handwerkern Kopfzerbrechen, verrät Sabine Denner, Präsidentin des Gewerbevereins Birsfelden. «Die Mitarbeiter der KMU sind teilweise so lange unterwegs, dass man sich fragen muss, ob es sich überhaupt noch lohnt.»

Die Situation von Birsfelden könne man so in die ganze Agglomeration ummünzen. Doch nicht nur die Gewerbler im Unterbaselbiet, sondern auch jene im Oberbaselbiet leiden, betont Alain Tüscher, Präsident des Gewerbevereins Bubendorf und Umgebung. «Viele Oberbaselbieter Handwerker trauen sich gar nicht mehr, in der Stadt zu arbeiten.»

Zürcher Ring-Lösung könnte als Vorbild dienen

Fixe Termine in Basel seien fast nicht mehr einzuhalten, ohne dass man sich für die Anfahrt extra viel Zeit nimmt. «Es ist einfach zu teuer. Wenn man mal irgendwo hängt, dann kommt man nicht mehr weiter.» Dies kennt auch Christoph Buser, Geschäftsführer der Konferenz der Gewerbe- und Industrievereine und Direktor der Baselbieter Wirtschaftskammer. «Die Oberbaselbieter Handwerker können sich gar nicht mehr auf den ganzen Kanton orientieren, weil der Aufwand, dorthin zu kommen, viel zu gross geworden ist.» Dies schränke deren Einzugsgebiet und demzufolge auch deren Wachstumschancen ein. Wiederholt lobten die Gewerbevertreter die Ringlösungen rund um Zürich und im Gebiet Solothurn. In der Region Basel müsse man für fast alle Verbindungen in der Stadt kehren. «Bei einer Ringlösung kann man immer irgendwo ausweichen», schwärmt Christoph Buser.

Der Forderungskatalog wird kommende Woche an den Regierungsrat überreicht. Dass mit Isaac Reber neu ein Grüner die Baudirektion leitet, sei kein Problem, ist Buser überzeugt. «Ich kenne ihn so, dass er Sachen entgegennimmt. Die Frage ist immer, was kommt am Ende dabei raus.» Alain Tüscher sieht Reber als neuer Baudirektor sogar als Chance. «Die Partei ist nicht wichtig. Er hat Know-how und Führungsstärke. Er kann das.»

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