Radball

Verkehrte Welt in der Abstiegsrunde im Spiel der Liestaler gegen Möhlin

Möhlin mit Stefan Lützelschwab (l.) und Renato Bianco (r.) beim 4:4 gegen Liestal mit Sami Niklaus.

Möhlin mit Stefan Lützelschwab (l.) und Renato Bianco (r.) beim 4:4 gegen Liestal mit Sami Niklaus.

Die Ausgangslage war klar: Wer am Ende des Tages zuoberst steht, der spielt in den kommenden Monaten um den Meistertitel.: Dabei sicherte sich Möhlin gegen die Favoriten aus Liestal den begehrten letzten Platz für die Meisterrunde.

Die Ausgangslage war klar: Wer am Ende des Tages zuoberst steht, der spielt in den kommenden Monaten um den Meistertitel. Der Letztplatzierte steigt in die NLB ab, für die restlichen zwei Teams auf den Rängen drei und vier ist die Saison ohne Aussicht auf einen Titel zu Ende. Dies der Modus der sogenannten Abstiegsrunde, für welche die Organisatoren einen schönen Rahmen fanden: Gespielt wurde nämlich in der Halle 1 der Muba.

Die Runde begann gleich mit dem Derby zwischen dem VMC Liestal und dem VCR Möhlin. Aufgrund ihrer bisherigen Saisonleistungen startete das Team aus Liestal mit fünf Bonuspunkten in die Abstiegsrunde, Möhlin hingegen ging ohne Bonus ins Turnier. Entsprechend überraschend war dann der Spielverlauf: Möhlin hatte massiv mehr Ballbesitz und versuchte von Anfang an, das Spiel zu bestimmen. Schnell münzten die Fricktaler ihre Überlegenheit auch in Tore um und führten kurz nach der Pause mit 3:1. Die jungen Liestaler agierten sichtlich nervös und verunsichert, was Torhüter Andry Accola nach dem Spiel auch bestätigte: «Wir wussten, dass es schwierig wird gegen Möhlin, und waren dementsprechend angespannt.» In der hektischen und äusserst spannenden Schlussphase gelang den Liestalern nach 2:4-Rückstand noch der Ausgleich zum 4:4.

Viele zufällig dahergelaufene Zuschauer liessen sich das Radball-Spektakel nicht entgehen, einige fanden gar Gefallen an der unkonventionellen Sportart. So auch der 78-jährige Erwin Jäggi: «Es ist faszinierend, wie die zwei Spieler jeweils aufeinander abgestimmt sind», fand er begeistert und fügte gleich an: «Die haben ein Gleichgewicht, das ist wahnsinnig!»

Mit Nervenstärke zum Sieg

Nicht ganz im Gleichgewicht standen hingegen Ambitionen und Leistung der Liestaler. Spiel um Spiel verschenkten sie wertvolle Punkte. So kam es, dass sie nicht um den ersten Platz spielten, sondern gegen Pfungen in einem Showdown um den Klassenerhalt antreten mussten. Der Sieger bleibt oben, der Verlierer muss in die NLB.

Die hochdramatische Partie entschied sich in der letzten Sekunde: Beim Stand von 2:2 holte der Liestaler Feldspieler Sämi Niklaus einen Freistoss heraus. «Zuerst wollte ich schiessen, fühlte mich aber völlig unsicher», sagte Niklaus nach dem Spiel. Also überliess er seinem Teampartner Andry Accola: «Andry hat die stärkeren Nerven als ich.» Und tatsächlich: Accola versenkte den Ball in extremis und sicherte seinem Team somit den viel umjubelten Klassenerhalt. Möhlin hingegen konnte alle drei letzten Spiele gewinnen und qualifizierte sich somit als Gruppenerster für den Kampf um den Meistertitel.

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