Es muss frustrierend sein: 22 Jahre lang war das Galaxys Fitnesscenter auf dem Liestaler Schild-Areal zu Hause, ehe die Besitzer Stephan und Reinhard Henz am 1. Mai das Weite suchten und unzählige Geschädigte zurückliessen. 22 Jahre, in denen die Vermieterin der Räumlichkeiten am Eichenweg 1, die Schild AG, mehrmals ein Auge zudrückte, wenn es um die Zahlungsmoral der Gebrüder Henz ging und am Ende sogar noch die Miete reduzierte. Doch jetzt, da der Konkurs der Firma Tatsache ist, könnte die Schild AG die grosse Leidtragende sein.

Geschäftsführer Marc Löhle muss die Mietzinsausstände, die sich nach eigener Aussage im tiefen sechsstelligen Bereich bewegen, wohl endgültig als Verlust verbuchen: «Wir hatten gehofft, dass sich die Besitzer in den letzten beiden Monaten doch nochmals zusammenraufen und ihre Schulden begleichen, doch leider haben wir nie mehr etwas von ihnen gehört», sagt er auf Anfrage. Deshalb habe man beim Konkursamt die Konkurseröffnung beantragt, im Wissen, dass Mietrückstände als Forderungen dritter Klasse kaum Chancen auf Erfüllung haben. Am ehesten dürften noch die Lohnforderungen der Angestellten erfolgreich sein.

«Das Wichtigste ist für uns, dass wir endlich die Räumlichkeiten wieder zurückbekommen, denn wir haben natürlich jeden Monat Mietausfälle», sagt Löhle. Noch immer sei aber alles so wie am 1. Mai und es stünden noch alle Fitnessgeräte brav an ihrem Platz. Zwar dürften diese im Konkursverfahren noch etwas abwerfen, doch die Schild AG wird kaum etwas davon erhalten. Überhaupt ist man nun von der Beurteilung des Konkursamts abhängig. Dabei wird der Verlust noch weiter steigen, geht doch auch der Rückbau der Räumlichkeiten zulasten der Vermieterin. Löhle hofft auf Klarheit bis September. Nur etwas steht für ihn bereits fest: «Gerne wollen wir die Räume wieder an ein Unternehmen vermieten – aber bloss kein Fitnesscenter mehr.» (mn)