Gymnasium Münchenstein

Versprechen aus Liestal lassen Münchensteiner Schüler kalt

Bereits Ende November protestierten die Schüler des Gymnasiums Münchenstein mit «Freiluft-Unterricht» gegen den ihrer Ansicht nach unhaltbaren Zustand des Gebäudes.

Bereits Ende November protestierten die Schüler des Gymnasiums Münchenstein mit «Freiluft-Unterricht» gegen den ihrer Ansicht nach unhaltbaren Zustand des Gebäudes.

Seit Tagen machen die frierenden Schüler des Gymnasiums Münchenstein auf den schlechten baulichen Zustands ihres Schulhauses aufmerksam. Der Regierungsrat hat Sofortmassnahmen versprochen - das geht den Gymnasiasten aber zu wenig weit.

Die Schüler im Gymnasium Münchenstein geben sich trotz Schnee und Minustemperaturen in den vergangenen Tagen tapfer: «Es ist nicht so schlimm» - die jetzigen Raumtemperaturen seien einigermassen normal fürs Gymnasium Münchenstein, sagt Adil Koller. Er ist Mitorganisator des Widerstands einiger Schüler gegen die schlechte Isolierung und mangelnde Sicherheit im Schulhaus. Jedoch merkt er an: «Die kältesten Monate kommen ja erst noch.»

Heizungen als Sofortmassnahme

So ist man bei der Schülerschaft zwar froh über die von der Regierung an der letzten Landratssitzung zugesprochenen Sofortmassnahmen wie mehr Heizkörper und eine Anpassung der Heizsteuerung. Doch das reicht den engagierten Schülern nicht: «Man buttert einfach immer mehr Energie rein. Das kann nicht die Lösung sein», findet Koller.

Aber eine Reaktion der Regierung, genauer Regierungspräsidentin und Baudirektorin Sabine Pegoraro sei schon mal gut, so Koller. «Da sieht man, dass unsere Petition jetzt schon Wirkung zeigt.» In drei Tagen konnten die Schüler an die 900 Unterschriften sammeln. Das Ziel lautet, bis in zwei Monaten 2000 Signaturen beisammen zu haben - «Dann, wenn es am kältesten ist.»

Auch eine Reaktion auf die Petition gezeigt hat die Baselbieter SP-Fraktion: Landrätin Christine Koch reichte an der Landratssitzung ein Postulat ein. Darin fordert sie unter anderem, dass die geplante Sanierung, die zwischen 2020 und 2022 geplant ist, bereits in den Jahren 2015 bis 2017 vollzogen wird. Auch wenn die Politikerin den Vorstoss ohne Einflussnahme der Schüler verfasste, stehen die Gymnasiasten laut Koller «zu hundert Prozent hinter dem Inhalt».

Support in anderen Schulen

Zusätzliche Unterstützung wollen sich die Gymnasiasten noch bei anderen Schulhäusern holen. «Wir sprechen die Sekundarschüler in der Umgebung an. Die kommen ja später vielleicht auch mal ins Gym Münchenstein», sagt Adil Koller. Die jetzigen Gymnasiasten, und damit auch er, würden die Sanierungen während ihrer Schulzeit ohnehin nicht mehr erleben.

Die Schüler können zufrieden sein mit dem Erreichten. Trotzdem wollen sie sich nicht zurücklehnen. «Bis jetzt hat uns die Regierung erst Lippenbekenntnisse gemacht», gibt Koller zu bedenken, «wir werden deshalb nicht ruhen, bis wir konkrete Zusagen erhalten.»

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