Coronavirus

Verwaltungs-Angestellte, die vor Ort arbeiten, erhalten im Baselbiet Zeitgutschrift

Wer Home office macht, spart sich das Pendeln. Diese Ungleichbehandlung hat der Kanton Baselland erkannt: Diejenigen, die bei der Arbeit erscheinen müssen, erhalten jeweils eine halbe Stunde geschenkt.

Wer Home office macht, spart sich das Pendeln. Diese Ungleichbehandlung hat der Kanton Baselland erkannt: Diejenigen, die bei der Arbeit erscheinen müssen, erhalten jeweils eine halbe Stunde geschenkt.

Auch bei den kantonalen Verwaltungen gilt derzeit die Devise: Wenn immer möglich: Home-Office. So kommt es jedoch zu Ungleichbehandlungen innerhalb des Personals. Denn nicht alle können von zuhause aus arbeiten. Baselland sorgt dem jetzt vor.

Rund eine Woche Erfahrung mit Home-Office haben die rund 5700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kantons Baselland. Am 17. März bestimmte der Regierungsrat, dass alle, bei denen das möglich ist, von zu Hause aus arbeiten sollen. Am vergangenen Donnerstag wurde die Regelung verschärft. Grundsätzlich gilt: Home Office. Die Dienststellen müssen selber entscheiden, wer unentbehrlich ist.

Die Kantonsangestellten müssen sich umstellen. Und es entstehen neue Ungleichheiten. Wer von Zuhause aus arbeitet, spart sich das Pendeln. Um diejenigen, die weiterhin am Arbeitsplatz erscheinen, zu entschädigen, hat der Baselbieter Regierungsrat beschlossen: Pro Arbeitstag vor Ort gibt es eine Gutschrift von 30 Minuten. Und ganz frei sind die «Heimarbeiter» nicht. Sie müssen – wie bisher – ein- und ausstempeln. Das funktioniert auch online, wohl zum Verdruss des einen oder der anderen. 

Sitzungen nur via Telefon-Konferenz erlaubt

Alle Regeln zur neuen Arbeitswelt in der Baselbieter Verwaltung hat der Regierungsrat beschlossen, festgehalten im Rektifikat «Massnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus: Regelung der Arbeit im Home Office». Es schreibt auch etwa vor, dass nur noch dringliche Sitzungen abgehalten werden sollen, und auch diese nur noch per Telefonkonferenz. 

Das Rektifikat hält in Punkt 1 fest: «Der Betrieb der kantonalen Verwaltung muss aufrecht erhalten bleiben.» Für die Baselbieterinnen und Baselbieter bedeutet der Corona-Lockdown: Alle Dienstleistungen werden weiterhin angeboten, nur dauert wohl alles ein wenig länger. Und: die Schalter bleiben in der Regel zu.

Einzelne Abteilungen empfangen zwar Besucher, etwa das Passbüro, die Koordinationsstelle für Asylbewerber oder die regionalen Arbeitsvermittlungszentren. Doch überall gilt: Besuch nur auf Anmeldung. Bei Baueingaben braucht es weiterhin Dokumente in physischer Form. Deshalb hat die Bau- und Umweltschutzdirektion eine Ablage am Empfang eingerichtet.

Die Kantonspolizei hat gestern Montag die Hälfte ihrer zehn Posten geschlossen. Sie schreibt, Vorbeikommen sei bei den noch geöffneten Posten möglich. Doch man solle «wenn immer möglich» vorher anrufen.

Basel-Stadt behilft sich auch mit Glasscheiben

Auch in Basel-Stadt sind die rund 6900 Kantonsangestellten dazu angehalten, alle nicht unbedingt notwendigen Kundenkontakte zu vermeiden. Risiken sollen minimiert werden. Wer etwa in diesen Tagen einen Termin auf dem Basler Bauinspektorat will, muss einen Fragebogen ausfüllen: Kontakt zu einem Corona-Patienten? Fieber oder Husten? Wird eine Frage mit Ja beantwortet, findet die Sitzung, die Bauabnahme, nicht statt.

Oder die Sozialhilfe: Vorsprachen werden nur noch telefonisch durchgeführt, Unterlagen sollen per Post geschickt werden. Die Motorfahrzeugkontrolle Basel-Stadt bittet auf ihrer Website ebenfalls: «Kommen Sie nur im Notfall persönlich zu uns.» Viele Ämter bestehen auf Voranmeldungen.

Der Basler Regierungssprecher Marco Greiner versichert, zwingend offenbleiben würden weiterhin die Schalter für alle Dienstleistungen, die nur physisch erbracht werden können. Homeoffice steht zur Verfügung, wo es möglich ist. Der Betrieb läuft laut Greiner unverändert. Zu Schalterschliessungen könne es kommen, wenn vulnerable Mitarbeiter zu Hause bleiben müssten. Vor einem Behördengang solle man sich auf der Website des Amtes oder telefonisch erkundigen, so Greiner.

In Basler Amtsstuben wird man aber vermehrt auf Scheiben treffen: Viele Abteilungen haben Plexiglas zum Schutz der Mitarbeiter montiert.

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