Einwohnerrat Liestal

Viel Lob für die SBB rund um den Vierspurausbau – und ein PlauderBänkli

Der Vierspurausbau am Liestaler Bahnhof wird eine Riesenherausforderung, so der Liestaler Stadtrat Franz Kaufmann.

Der Vierspurausbau am Liestaler Bahnhof wird eine Riesenherausforderung, so der Liestaler Stadtrat Franz Kaufmann.

Die Ausbauung rund um den Bahnhof Liestal wurde zwar gelobt. Der Liestaler Stadtrat Franz Kaufmann sprach im Einwohnerrat aber auch von einer «Riesenherausforderung».

«Diese Baustelle beschäftigt ganz Liestal.» Was Stadtrat Franz Kaufmann (SP) eingangs seiner Beantwortung der Interpellation «Sichere SBB-Baustelle» von Domenic Schneider (GLP) sagte, können wahrscheinlich alle im Kantonshauptort unterschreiben. Trotzdem konnten alle Beteiligten vom Projektleiter bis zu den Bauarbeitern an der Einwohnerratssitzung von gestern Abend nur Lob einheimsen. Hanspeter Meyer (SVP) formulierte das so: «Das ist eine ganz tolle Baustelle, die tadellos funktioniert.»

Kaufmann sprach aber auch von einer «Riesenherausforderung für die Stadt, die Bauunternehmen und die SBB». Trotz komplexer Projektorganisation funktioniere die Kommunikation jedoch «sehr gut» und Schwachpunkte würden laufend behoben. Zum unzufriedenen Schwieri-Quartier, das nach wie vor einen adäquaten Ersatz für den wegfallenden Bahnübergang verlangt, meinte Kaufmann: «Ein solcher Ersatz wäre eine Überquerung oder Unterführung der Bahngleise mit beidseitigen Liften. Das wäre aber unglaublich eng und technisch aufwendig.»

Das Stedtli erhält ein PlauderBänkli

Der nach langem Kampf mit den SBB ausgehandelte Schwieri-Steg entlang der Gleise zum Bahnhof sei zusammen mit der vorgeschlagenen, verbesserten Passerelle eine pragmatische Lösung. Es sei schade, dass die Schwieri-Anwohner das als Ersatz ablehnten. Jetzt müsse das Bundesamt für Verkehr entscheiden, so Kaufmann.

Auf einer anderen Ebene bewegte sich Lisa Faust (Grüne) mit ihrem Vorstoss. Sie fragte nach, ob Liestal nicht ein «Plauder-Bänkli gegen die Einsamkeit» einführen könne. Dies analog zu den «Sag Hallo-Bänken» in England, die entsprechend beschriftet seien. Wer dort drauf sitze, sei gesprächsbereit. Zur Begründung verwies sie auf den Baselbieter Gesundheitsrapport, der festhält, dass ein Drittel der Bevölkerung einsam ist. Stadträtin Marie-Theres Beeler (Grüne) nahm die Anregung dankend auf: «Der Stadtrat findet die Idee gut, ein Bänkli explizit als Plauder-Bänkli auszuweisen.» Die Stadt werde als Experiment das Bänkli vis à vis des Rathauses so beschriften. Beeler: «Vielleicht ist das ein kleiner Tropfen gegen die Einsamkeit.»

Eingefahren ist der bz-Bericht über das Urteil des Kantonsgerichts, dass Liestal bei der Beschränkung der Zufahrt der Rathausstrassen-Anwohner geschludert hat und die entsprechende Verfügung nichtig ist. Stefan Fraefel (CVP) verlangte mittels dringlicher Interpellation Antworten auf einen ganzen Fragekatalog. Die Dringlichkeit wurde dem Vorstoss mit der Begründung «lieber richtig als schnell» abgesprochen, aber alle Fraktionssprecher betonten, dass eine baldige Beantwortung wichtig sei.

Autor

Andreas Hirsbrunner

Andreas Hirsbrunner

Meistgesehen

Artboard 1