Neubauprojekt

Viel zu teuer: Anthroposophen-Klinik stoppt Mega-Projekt in Arlesheim

Ein Park um die Klinik Arlesheim ist weiter geplant, doch der im Wettbewerb gekürte Entwurf wird nicht gebaut. (Visualisierung/zvg)

Die anthroposophische Klinik Arlesheim stoppt das Neubauprojekt und kündet den Vertrag mit dem Generalplaner.

Es hätte ein «Jahrhundertwerk der anthroposophischen Medizin» werden sollen. Nach mehreren Jahren der Projektierung präsentierte die Leitung der Klinik Arlesheim vor einem Jahr das Siegerprojekt «Schmetterling» der Arbeitsgemeinschaft Metron-Kopvol aus dem Aargau und den Niederlanden. Ein Baukörper mit drei Stockwerken für 36 Einzelzimmer, die bei Bedarf auch zu Doppelzimmern umfunktioniert werden können, sollte das bisherige Hauptgebäude der Klinik Arlesheim ersetzen.

Die Verantwortlichen rechneten mit Kosten von 50 Millionen Franken. Doch aus dem Neubau wird vorläufig nichts. Der Verwaltungsrat hat in Absprache mit dem Bauausschuss und der Klinikleitung dem Projekt «Schmetterling» die Flügel gestutzt, bevor es abheben konnte. Dazu wurde der Planungsvertrag mit dem Generalplanerteam aufgehoben. «Leider musste am Schluss des Vorprojekts eine massive Abweichung von den Zielkosten festgestellt werden», erklärt Verwaltungsratspräsident Philipp Schneider. Die Kosten für den Neubau in dieser Form hätten über 100 Millionen Franken betragen. Gemäss Finanzchef Patrick Meyer war das Projekt damit für die Klinik nicht realisierbar und hätte ihre Zukunftsfähigkeit gefährdet. Die «massive Überschreitung» der Zielkosten hat auch das Vertrauen in die Realisierbarkeit des Projektes «Schmetterling» erschüttert und die Verantwortlichen der Klinik dazu bewogen, die Zusammenarbeit mit dem Planerteam zu beenden. Der Austausch mit dem Team besteht aber noch immer. Nun gehe es darum, eine Lösung betreffend Honorar zu finden, betont der Verwaltungsratspräsident.

Suche nach neuem Planerteam

Am Neubau wollen die Verantwortlichen festhalten. Auf Feld eins zurück müssen sie bei den Planungen dafür aber nicht, versichert Philipp Schneider: «Wir konnten aus dem Architekturwettbewerb wichtige Erkenntnisse gewinnen, was geht und was nicht geht. Diese werden wir auch für die Zukunft brauchen können.» Am Raumprogramm, an der flexiblen Einteilung, dem sogenannten «Floating», der Philosophie des einen Baukörpers, der Umgebung und des öffentlichen Parks soll festgehalten werden. Auch die Synergien mit der Gemeinde, die daneben ihren Saal und ein Wohn- und Geschäftshaus plant, sollen bestehen bleiben. Die Klinikleitung und der Verwaltungsrat machen sich nun auf die Suche nach einem neuen Planerteam. Ein neuer Architekturwettbewerb wird wahrscheinlich nicht nötig. Philipp Schneider und Patrick Meyer gehen davon aus, dass Ende Jahr erste Erkenntnisse bekannt gegeben werden können. Insgesamt rechnen sie mit einer Verzögerung von einem Jahr.

Noch sei der Entscheid aber zu frisch, um zu weit in die Zukunft zu blicken. Die Verantwortlichen sind aber davon überzeugt und sehen sich durch die Abklärungen bestätigt, dass ein Neubau für rund 50 Millionen Franken realisierbar sei. Erleichtert sind Schneider und Meyer über den frühen Zeitpunkt, zu dem die Planungen gestoppt werden konnten. «Während anderswo erst während den Bauarbeiten oder danach die Mehrkosten bekannt werden, haben wir es vor dem definitiven Bauprojekt gemerkt. Da sind wir mit einem blauen Auge davongekommen», sagt Schneider.

Gemeindeprojekte seien nicht gefährdet

Arlesheims Gemeindepräsident Markus Eigenmann (FDP) beunruhigen die Verzögerungen im Hinblick auf die Projekte der Gemeinde nicht sonderlich. Der Saal sowie das Wohn- und Geschäftshaus sollen die Wärme vom Neubau der Klinik beziehen. Auch die Parkplätze werden gemeinsam geplant. Das haben die Parteien in einer Absichtserklärung vereinbart. «Es kann sein, dass es zu leichten zeitlichen Verschiebungen kommt. Ein Problem sollte dies aber nicht darstellen.»

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