Der FC Laufen jubelt. Er bekommt ein neues Kunstrasenfeld. Dafür hat die Gemeindeversammlung kürzlich einen Kredit von 1,6 Millionen Franken bewilligt. Der Kanton stellt einen namhaften Betrag in Aussicht – aus dem Swisslos-Sportfonds.

Bis 2010 wurden Kantonsgelder für Projekte, die kantonal oder überkommunal bedeutend sind, aus dem Kantonalen Sportanlagenkonzept Kasak gesprochen. Danach gab es einen Systemwechsel zum Swisslos-Sportfonds, weil das Kasak 3 im September 2012 vom Landrat zurückgewiesen wurde wegen der damals klammen Finanzen des Kantons.

Nun fordert SP-Landrätin Sandra Strüby-Schaub mit einer Motion von der Regierung, dass diese dem Landrat «umgehend» ein Kasak 4 mit Verpflichtungskredit vorlegt, «mit welchem der Kanton seine Verantwortung für die bedarfsgerechte Mitfinanzierung der Sportinfrastruktur von kantonaler und regionaler Bedeutung wahrnehmen kann».

Die Politik sieht Handlungsbedarf

Die meisten sähen den Handlungsbedarf, weil der Swisslos-Sportfonds «ziemlich leer» sei, meint die Politikerin aus Buckten und beurteilt die Chancen ihres Vorstosses deshalb als «recht gut».

Strüby lässt den Kreditbetrag bewusst offen, weil sie es schwierig findet, ihn zu beziffern. «Man muss schauen, was drin liegt und welche Vorstellungen existieren.» Die SP-Landrätin hat einen grossen Bezug zum Sport: Sie präsidierte während über zweier Jahrzehnte die Damenriege Buckten und war im Bezirksturnverband Sissach aktiv. «Ich habe schon immer geturnt», betont sie. Sandra Strüby bewegt sich viel und will nun etwas bewegen. Ihre Motion für Kasak 4 ist im Sinn des Sports.

Christian Saladin, stellvertretender Leiter des Sportamts Baselland, bestätigt, dass das verfügbare Kapital des Swisslos-Sportfonds unter die kritische Grösse von fünf Millionen Franken gesunken ist. Im Topf befinden sich aktuell noch vier Millionen. «Wir können momentan keine Beiträge mehr an Gemeinden sprechen, deren Gesuche werden nach Prioritäten behandelt und müssen grösstenteils zurückgestellt werden», erklärt Saladin, der den Fonds verwaltet.

Viele Beiträge sind blockiert

Viele Beträge sind bereits zugesichert, aber noch nicht ausbezahlt. Dieses Geld ist blockiert. Von dieser Einschränkung nicht betroffen sind Gesuche von Vereinen, Verbänden, Sportorganisationen sowie von Sportlerinnen und Sportlern.

Seit 2013 wurden sieben kantonal bedeutende Sportbauten von Gemeinden mit gut acht Millionen Franken aus dem Swisslos-Sportfonds unterstützt. Allein an das Anfang Monat neu eröffnete Hallenbad in Gelterkinden gingen fünf Millionen. Das ist der mit Abstand höchste je gesprochene Betrag an eine Gemeinde aus dem Fonds.

Auch an Kunstrasenfelder wurden aus dem Kantonalen Sportanlagenkonzept Beiträge ausgeschüttet. Für jenes in Laufen wurde zwar noch kein Geld zugesichert, laut Christian Saladin sind aber Gespräche geführt worden. Ein Gesuch ist beim Sportamt aber noch nicht eingegangen. Kantonsbeiträge fliessen jedoch nur an die Erstellung von Kunstrasenfeldern, nicht an deren Sanierung. «Neue Kunstrasenfelder haben durchaus eine Chance auf finanzielle Unterstützung», sagt Saladin.

Zwischenzeitlich mussten alle Vorhaben zurückgestellt werden

Für eine zukunftsgerichtete Sportanlagenpolitik wurden aus dem Kasak 1 und Kasak 2 zwischen den Jahren 2000 und 2010 rund 22 Millionen Franken für Investitionen an Sportstätten ausgegeben. Nachdem das Kantonsparlament das Kasak 3 zurückgewiesen hatte, entschied die Regierung, Projekte künftig aus dem Swisslos-Sportfonds zu finanzieren.

Mit der Verabschiedung der zweiten Kasak-3-Vorlage bestätigte der Landrat 2013 diese Systemänderung. Zwischenzeitlich mussten alle Vorhaben zurückgestellt werden. «Gelterkinden fürs Hallenbad und Sissach für die Kunsteisbahn mussten lange warten, bis die Beiträge zugesichert waren», blickt der stellvertretende Sportamtleiter zurück.

Christian Saladin zieht einen Vergleich zwischen Kasak und Swisslos-Sportfonds. Beim Kasak habe sich der Kanton bis zu 40 Prozent an den anrechenbaren Projektkosten beteiligen können. «Im Swisslos-Sportfonds mussten wir strenger sein. Hier war der Prozentsatz fix, und es bestanden Maximalbeiträge. Beiträge konnten wir nach der substanziellen Unterstützung des Hallenbads Gelterkinden nur zurückhaltend bewilligen.» Bei einer Sanierung beispielsweise deckte der Kanton bloss 12,5 Prozent der Gesamtkosten ab.