Vierspurausbau und Wendegleis in Liestal sind ein erster Meilenstein zum Viertelstundentakt der S-Bahn Basel–Liestal. Im Konzept der trinationalen Regio-S-Bahn, das für den Schweizer Teil die Umsetzungen weiterer Viertelstundentakte vorsieht, stellt sie die erste derartige Linie dar. «Ziel ist es, Viertelstundentakte bis 2030 zwischen Aesch, Liestal und Rheinfelden umzusetzen», erläutert Jörg Jermann, Leiter Mobilität im Baselbieter Tiefbauamt.

Weiterer Ausbau nötig

Zwischen Liestal und Basel soll der Viertelstundentakt bereits 2025 umgesetzt sein. Dafür sind weitere Ausbauschritte nötig. So soll die Entflechtung von Güter- und Personenverkehr bei Pratteln laut Urs-Martin Koch, Manager SBB Infrastruktur, voraussichtlich 510 Millionen Franken kosten. «Das ist auch zentral, um bis Rheinfelden fahren zu können. Wir prüfen aber eine günstigere Stellwerklösung», sagt Koch.

Eine weitere Entflechtung ist zwischen Muttenz und Basel notwendig. Hier soll die S-Bahn via Güterbahnhof auf einer separaten Spur am Joggeli vorbei in Muttenz auf das Gleis vier fahren. Im Knoten Basel braucht es auf der Gundeldinger Seite ein neues Gleis mit zwei Perrons. Für beide Massnahmen sind 390 Millionen Franken vorgesehen. «Wir können aber den Ostkopf des Bahnhofs SBB so optimieren, dass es noch keine neue Peter-Merian-Brücke braucht», so Koch.

Aufgrund des steigenden Verkehrsaufkommens soll die neue unterirdische Bahnhofquerung bis 2025 fertiggestellt sein. Den Quantensprung für die S-Bahn bringt das Herzstück, die unterirdische Verbindung zwischen Bahnhof SBB und Badischem Bahnhof. Dafür läuft das Vorprojekt. Es soll 2030 fertig sein.

Die Grafik oben zeigt das Fernziel von 2040. Auf manchen Verbindungen kommt es auf bis zu acht oder zwölf Züge pro Stunde. «Je nachdem, wie sich die Nachfrage durch das Herzstück entwickelt, könnten wir den Takt schon vorher verdichten», erklärt Jermann.

Für die Verbindungen aus und nach Frankreich und Deutschland steht ein hoher Takt ebenfalls im Vordergrund. «Wichtig für das Funktionieren des Herzstücks sind die Durchbindungen der Viertelstundentakte von der Schweizer Seite ins grenznahe Deutschland und zum Euro-Airport», betont Jermann.

Im Laufental ist für den Zeitpunkt, an dem die SBB den Schnellzug Biel–Basel um eine halbe Stunde verschieben wollen, der Doppelspurausbau auf den drei Kilometern zwischen Duggingen und Grellingen geplant. «Das ist frühestens 2021 und spätestens 2025 so weit. Wir brauchen dann einen zweiten Schnellzug», sagt Jermann. Eine weitere S-Bahn pro Stunde nach Gelterkinden und Sissach ist beim Bund beantragt, aber hat keine Priorität.