Binningen

Volk entscheidet über die Lichtverschmutzung des Nachthimmels

Lichtverschmutzung: Nicht nur ein Problem in der Region Zürich, wo dieses Foto gegen 22 Uhr im April aufgenommen wurde. (Archiv)

Lichtverschmutzung: Nicht nur ein Problem in der Region Zürich, wo dieses Foto gegen 22 Uhr im April aufgenommen wurde. (Archiv)

Die Initiative der Binninger SP gegen Lichtverschmutzung kommt an die Urne. Denn eine Mehrheit des Einwohnerrats hat sie abgelehnt.

Gefährdet es die Sicherheit, wenn es in der Nacht dunkel ist? Diese Frage musste der Binninger Einwohnerrat beantworten. Er hatte nämlich zur SP-Initiative «Vermeidung von unnötigen Lichtemissionen» Stellung zu nehmen. Diese verlangt unter anderem, dass private Beleuchtungen gegen oben abgeschirmt und ausser der Strassenbeleuchtung dauerhafte Lichtquellen von 1 bis 5 Uhr morgens abgestellt werden. Das Begehren ist zwar unformuliert, schreibt aber ausdrücklich vor, dass «die Sicherheit der Bevölkerung und des Verkehrs» zu gewährleisten sei.

Doch das reichte den Bürgerlichen nicht. «Die Initiative leisten dem Verbrechertum Vorschub», hiess es von der SVP. Erwähnt wurde zudem, dass Dunkelheit sexuelle Gewalt fördere. Vor allem die FDP sah eine «Bevormundung des Bürgers», wenn die Polizei unrechtmässigen Lichtern nachgehe. Umstritten war im Einwohnerrat, ob Bewegungsmelder noch erlaubt wären.

Der Freisinnige Sven Inäbnit kritisierte, dass der Gemeinderat zusammen mit der Empfehlung zur Annahme der Initiative ein fertiges Reglement zur Umsetzung präsentierte, und das ohne Auftrag des Einwohnerrates. Das sei «vorauseilender Gehorsam». Das rechtfertigte Gemeinderätin Mirjam Schmidli (Grüne) damit, dass der Gemeinderat mit den Initianten weitgehend einverstanden sei: «Wir machen ja nur dort Einschränkungen, wo Lichter in die Nacht hineinleuchten.»

Für Gaida Löhr (SP) braucht es in der Nacht die Dunkelheit, «genau so wie es Nachtruhe braucht». Und Rahel Bänziger (Grüne) fragte sich, ob es in Binningen tatsächlich Leute gebe, «die zwischen ein und fünf Uhr morgens vor beleuchteten Schaufenstern flanieren und überlegen, was sie am kommenden Tag shoppen wollen».

Doch das überzeugte die CVP nicht, die das Zünglein an der Waage hätte spielen können. Sie stimmte Nein, der Einwohnerrat lehnte die Initiative schliesslich mit 21 zu 15 Stimmen ab. Damit kommt sie vors Volk. Das vom Gemeinderat ausgearbeitete Reglement wird damit zur Makulatur. Ein Gegenvorschlag als Kompromiss stand zwar im Raum, kam aber nicht zustande.

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