Allschwil

Voll beladene Frachtflugzeuge sind ein «Maximalärgernis»

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Der Gemeindepräsident von Allschwil, Anton Lauber, fordert eine Studie über die negativen Folgen des Flugverkehrs des Euro-Airports für die Entwicklung seiner Gemeinde.

Der Allschwiler Gemeindepräsident Anton Lauber bezeichnete sie als «Maximalärgernis»: mit Fracht voll beladene Jumbos, die je nach Tageszeit und Windverhältnissen über Allschwil starten oder landen. Weil die Hauptpiste wegen der Sanierungsarbeiten verkürzt ist, bleiben die Flughafenanrainer zwei Monate lang von grossen Frachtflugzeugen verschont. «Das ist die beste Botschaft, die Sie uns bringen konnten», frohlockte Hans Adam vom «Forum Flughafen – aber nur mit der Region».

Schwere Frachtmaschinen sind das maximale, aber nicht das einzige Ärgernis. Im Fokus vieler vom Fluglärm Betroffenen stehen die Starts und Landungen am späten Abend und am frühen Morgen. Allerdings scheint der Leidensdruck im Moment nicht so hoch wie auch schon zu sein: Zum öffentlichen Informationsabend über die Pistensanierung und weitere Aspekte des Flughafens fanden sich in Allschwil nur etwas mehr als zwei Handvoll Leute ein. So war für die Delegation des Euro-Airports – Direktor Jürg Rämi, Vizedirektor Vincent Devauchelle, Medienfrau Vivienne Gaskell und Thomas Mahrer von der Abteilung Umwelt – der Auftritt in Allschwil weniger ein Gang in die Höhle des Löwen als fast schon ein Streichelzoo-Erlebnis. Trotz gegenteiliger Meinungen gaben sich beide Seiten vor allem im Ton umgänglich – man redete ja auch nicht zum ersten Mal miteinander.

Flughafen will Fracht ausbauen

Die inhaltlichen Positionen blieben unverändert. Während viele Anwohner die Frachtflugzeuge auf andere Flughäfen verschieben möchten, strebt der Euro-Airport eine Erhöhung des Anteils der ab Basel geflogenen Fracht an. Flughafendirektor Jürg Rämi betonte auch, dass es Frankreich ist, welches den Hauptanteil des Lärms trägt, insbesondere in der Nacht. Das ist für Allschwil allerdings ein schwacher Trost.

Der Gemeindepräsident fühlte sich durch Rämis Darstellung einer Balance der unterschiedlichen Interessen (Wirtschaft, Kunden, Umwelt) herausgefordert: Anton Lauber vermisste die Berücksichtigung der negativen Folgen des Flugverkehrs für die Entwicklung der Gemeinde. Weil im Allschwiler Kleinfeld, einem noch nicht überbauten Gebiet südwestlich des Dorfkerns, gemäss Fluglärmkataster die Planungsgrenzwerte zwischen 22 und 23 Uhr überschritten sind, hat der kantonale Richtplan der Gemeinde eine Siedlungsbegrenzung auferlegt.

Für Leute in Gelterkinden oder Riehen sehe die Balance anders aus, hielt Rämi entgegen. Dies gelte auch für die vom Fluglärm stärker als Allschwil belasteten französischen Gemeinden Hésingue und Blotzheim. Die französische Seite sei aber deutlich weniger dicht besiedelt, gab Madeleine Göschke, Präsidentin des Schutzverbands der Bevölkerung um den Flughafen Basel-Mulhouse, zu bedenken.

Rämi erklärte sich bereit, die Erstellung einer von Lauber vorgeschlagenen Studie zu den negativen Auswirkungen des Flughafens zu prüfen – wenn dies der Gemeindeverbund Flugverkehr auch tue. «Dann können wir wieder darüber reden.»

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