Die Reaktionen sind vernichtend. «Das ist einmal mehr typisch SP!», poltert bz-Leser Stephan Fehlmann. «Alle Kosten gefälligst auf die Allgemeinheit abwälzen, von minimaler Eigenverantwortung keine Spur.» Dann aber werde wieder über ausufernde Gesundheitskosten gejammert.

Vergangene Woche hatte die bz berichtet, dass Samira Marti vom Bundesrat fordert, dass medizinisch verschriebene Verhütungsmittel wie Pille oder Spirale künftig von der Krankenkasse übernommen werden. Gerade für 15- oder 16-Jährige, die noch keinen Lohn hätten, würden Verhütungsmittel eine finanzielle Belastung bedeuten, begründet die Baselbieter SP-Nationalrätin. «Oft wird darum auf Verhütungsmittel verzichtet und eine ungewollte Schwangerschaft oder die Ansteckung von sexuell übertragbaren Krankheiten in Kauf genommen.»

Bei bz-Lesern stösst die Forderung mehrheitlich auf Unverständnis. In einer Online-Umfrage sprechen sich von rund 400 teilnehmenden Lesern deutliche 78 Prozent dagegen aus. Auch in den Kommentarspalten ist das Ergebnis gegen Gratis-Verhütungsmittel eindeutig.

Von wegen gratis, findet Hanspeter Sutter. «Jemand muss letztlich doch bezahlen, liebe SP. Statt endlich den Druck auf die Krankenkassenprämien zu reduzieren, packt die SP mit diesem Vorschlag und kürzlich der Anerkennung von Burnout als Berufskrankheit frischfröhlich weitere Kosten in den Grundkatalog der Krankenkassen.»

Was die bz-Leser beruhigen dürfte: Auch der Bundesrat hält nichts von der Forderung. Verhütung diene weder der Prävention noch der Behandlung einer Krankheit und sei auch keine Leistung bei Mutterschaft. Sie falle daher nicht in den Aufgabenbereich der Krankenkasse. Für die Landesregierung bleibt Verhütung Privatsache. (dba)