Öffentlicher Verkehr

Waldenburgerbahn: Bus-Umstellung kostet 30 Millionen

Auch die Bau- und Planungskommission des Landrats will keinen «Waldenburgerbus». (Archiv)

Auch die Bau- und Planungskommission des Landrats will keinen «Waldenburgerbus». (Archiv)

Der Bericht der Bau- und Planungskommission zeigt Details zu allfälligem Bus im Waldenburgertal und erklärt, wieso die Kommission nichts von einer Umstellung wissen will.

Dass die Bau- und Planungskommission des Landrats mehrheitlich eine Umspurung der Waldenburgerbahn (WB) auf Meter-Spur befürwortet, teilte sie schon vorletzte Woche mit. Doch gestern lieferte sie nun mit ihrem Kommissionsbericht die Details nach, wieso sie nichts von einer Umstellung auf Bus-Betrieb im Waldenburgertal wissen will.

Und sie teilte auch mit, was die externen Abklärungen von Hanspeter Weibels (SVP) später Bus-Idee den Kanton kostet: Die drei an Ingenieurbüros vergebenen Aufträge beliefen sich auf 65'000 Franken.

Aufgrund der Abklärungen rechnet das Tiefbauamt bei einem Systemwechsel von Bahn auf Bus mit Infrastrukturkosten von 30,5 Millionen Franken, wobei deren Genauigkeit bei einer möglichen Abweichung von 50 Prozent nach unten oder oben sehr rudimentär ist. Diese Infrastrukturkosten umfassen acht Busbuchten sowie zehn Fahrbahn-Haltestellen zwischen Bubendorf-Talhaus und Oberdorf (15 Millionen), den Bau eines Bushofs und einer Garage in Waldenburg inklusive Rückbau des heutigen Bahnhofs (15 Millionen) sowie die Installierung neuer Haltekanten in Bad Bubendorf inklusive Rückbau der WB-Kreuzung auf ein Gleis (0,5 Millionen Franken).

Eigenes Bustrassee sehr teuer

Würde der Bus zwischen Bad Bubendorf und Liestal auf dem heutigen WB-Trassee fahren, würde das zusätzliche Kosten von 52 Millionen Franken generieren. Fast schon ein Schnäppchen wären im Vergleich dazu die jährlichen Mehrkosten von 365'000 Franken für einen Schnellbus.

Die BLT, die die Waldenburgerbahn per Anfang des nächsten Jahres übernimmt, hat noch eigene Berechnungen zu den Betriebskosten angestellt. Demnach käme ein Busbetrieb den Kanton jährlich eine Million Franken günstiger als die WB zu stehen. Dafür macht die BLT gemäss Kommissionsbericht beim Kanton Kosten von 23,5 Millionen Franken geltend, falls das Waldenburgerli dem Bus weichen muss: drei Millionen für Personalumschulungen und einen Sozialplan, weil 10 bis 13 Personen entlassen werden müssten; 2,5 Millionen für die Abschreibung der WB-Aktien, die die BLT von den Gemeinden übernimmt, weil eine Umstellung auf Busbetrieb einer WB-Liquidation gleichkomme; und 18 Millionen für Rückbau der WB-Infrastruktur und Altlastenentsorgung.

Im Bericht ist im Weiteren zu lesen, dass eine Kommissions-Mehrheit «grosse Zweifel» habe, ob eine Linienführung des Busses durch Liestal funktionieren würde. Wie aber der gleiche Busbetrieb von und nach Liestal während der rund einjährigen Umspurung der WB funktionieren soll, darüber schweigt sich der Bericht aus. Die 170 Millionen Franken, die vom Bundesamt für Verkehr für den Ausbau der WB eingestellt worden seien, flössen bei einer Busumstellung in eine andere Region der Schweiz, macht zudem die Kommissionsmehrheit geltend. Baselland aber müsse gleichwohl jährlich 20 Millionen in den Fabi-Topf bezahlen.

Die Bau- und Planungskommission sprach sich mit elf zu zwei Stimmen gegen einen Systemwechsel von Bahn auf Bus aus. Etwas weniger klar entschied sich die Kommission zur Meterspur: Neun Mitglieder sind dafür, vier wollen nichts davon wissen.

Meistgesehen

Artboard 1