Birsfelden

Wasserstoff-Kraftwerk und neue Fischtreppe: Auf dem Kraftwerks-Inseli wirds eng

Soll neben dem Kraftwerk Birsfelden auch noch Wasserstoff produziert werden, braucht es neue Gebäude. Das «Inseli» werde, sagen Kritiker, immer mehr überbaut – auch, weil eine neue Fischtreppe vorgesehen sei. Doch die Promotoren wiegeln ab.

Nichts Geringeres als «die Zukunft der Mobilität» versprechen die Industriellen Werke Basel (IWB) und die im Mineral­ölhandel tätige Fritz Meyer AG. Die beiden Unternehmen kündigten Mitte April an, das Projekt eines Wasserstoff-Kraftwerks beim Kraftwerk Birsfelden voranzutreiben.

Der Blog «Birsfälder.li» hat nun bereits Pläne und Visualisierungen des Vorhabens publiziert – und die dürften manchem Besucher der Kraftwerkinsel gar nicht gefallen. Zwei neue Gebäude sind vorgesehen, ein bestehendes Gebäude soll zudem verlängert werden. Unabhängig vom Projekt für ein Wasserstoffkraftwerk ist auch eine neue Fischtreppe für die Schleusen vorgesehen.

Für Franz Büchler, Autor des Beitrags, steht fest: Es wird an der Bevölkerung vorbei geplant – mit dem Ziel, via Salami­taktik das «Inseli» Stück für Stück überbauen zu können. Schon mit den jetzigen Vorhaben müsste «mindestens ein alter, grosser Baum dran glauben».

IWB: Pläne entspringen lediglich früher Skizze

«Wir haben gestaunt über diesen Beitrag», sagt IWB-Mediensprecher Reto Müller zur bz. «Denn das Projekt ist noch gar nicht so weit fortgeschritten, als dass wir bereits konkrete Visualisierungen publizieren könnten.» Zwar fokussiere man sich als Standort des Wasserstoffkraftwerks in der Tat auf die Umgebung des Kraftwerks, was auch notwendig sei, da es den Strom liefere. «Doch wir prüfen weiterhin verschiedene Optionen», sagt Müller. «Spruchreif ist also noch nichts.»

Christoph Meury, der gemeinsam mit Franz Büchler den Blog-Beitrag recherchierte, gibt als Quelle der Pläne den Baselbieter Heimatschutz an. Dessen Präsident Ruedi Riesen sagt, er wisse nichts von solch einer Visualisierung. Die IWB wiederum präzisiert, Grundlage der Darstellungen, welche «Birsfälder.li» verwendet habe, sei eine «skizzierte Option», die geprüft werde – neben anderen.

Probleme bereiten könnten den Wasserstoffpionieren ein Antrag aus der Feder von Meury und Büchler. Die zwei Birsfelder stellten Mitte Juli drei Anträge zuhanden der Birsfelder Gemeindeversammlung in Aussicht. Einer verlangt, dass das Gesamtareal des Kraftwerks unter Denkmalschutz kommt.

Wie kommen die Lastwagen auf die Insel?

Eine Knacknuss für das Projekt ist auch der Transport des Wasserstoffs. Gemäss «Birsfälder.li» muss der Energieträger per LKW von der Insel gefahren werden – durch Wohnquartiere. Die IWB und die Fritz Meyer AG wollen zwar explizit LKW mit Wasserstoff betanken, die dann nur Wasser ausstossen. Ob aber wasserstoffbetriebene LKW dereinst das Inseli ansteuern, geht aus den Unterlagen nicht hervor.

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