Bauarbeiten

«Weck mich, wenn es weitergeht» – Sanierung der Passwangstrasse fordert Geduld

Die Strassenbauarbeiten an der Passwangstrasse strapazieren die Nerven der Automobilisten. (Archivbild)

Die Strassenbauarbeiten an der Passwangstrasse strapazieren die Nerven der Automobilisten. (Archivbild)

Die Sanierung der Passwangstrasse strapaziert die Nerven vieler Verkehrsteilnehmer, andere machen die Not zur Tugend. Dabei sollen die Bauarbeiten inklusive Verkehrsbehinderungen noch bis 2025 andauern.

Bis zu einer halben Stunde Wartezeit verkündeten die Hinweisschilder an der Strasse zum Passwang. Wochenlang war nachts der Passwangtunnel gesperrt. Sowieso ist die freie Fahrt seit Monaten wegen diverser Baustellen und der Holzerei ein Wunschtraum. Wer kann, studiert in diesen Zeiten den Fahrplan der Postautos, um hinterherzufahren.

Noch dieses Jahr werden die Sanierungsarbeiten der ersten Phase abgeschlossen sein, für die der Solothurner Kantonsrat 21,5 Millionen Franken bewilligt hat. Doch ein Ende ist nicht in Sicht. Geht es nach dem Solothurner Regierungsrat, soll nun in der Phase 2 der Rest der Strecke ähnlich aufwändig wie der obere Teil saniert werden. Das soll bis 2025 dauern. Der Kantonsrat muss dafür einen Kredit von 25 Millionen Franken sprechen.

Der Gemeindepräsident beschwichtigt

Doch wie geht Beinwil damit um, dass der Zugang zur Gemeinde über Jahre derart eingeschränkt ist? «Wir können gut damit leben», antwortet Gemeindepräsident Hans Baur. Gemeinderat Urs Saner setzt noch einen obendrauf: «Wir finden es super, wenn der Kanton so viel Geld für uns ausgibt.» Auch die Verkehrsbeschränkungen seien kein Grund für Ärger. Baur musste nur einmal länger am Rotlicht warten. Saner nutzt die Wartezeit pragmatisch: «Wozu hat man ein Handy? Wenn ich warten muss, erledige ich Büroarbeiten.» Und noch besser: «Manchmal mache ich ein Nickerchen und sage dem Verkehrsdienst, er soll mich wecken, wenn es weitergeht!» Wenn er es einmal besonders eilig habe, so bitte er den Verkehrsdienst, ihn durchzulassen. «Als Anstösser darf man schon auf Verständnis hoffen.»

Saner sieht nur Vorteile in der sanierten Strasse. Denn der alte Strassenbelag hat viele Dellen und Rillen. In diesen sammelt sich der Schnee an, weil ihn der Schneepflug nicht wegräumen kann. Weder Saner noch Baur glauben, dass die renovierte Strasse mehr Autos und Lastwagen anziehen wird. Ob im alten Zustand oder schön ausgebaut eigne sich der Weg über den Passwang nicht als Abkürzung, um beispielsweise den Belchentunnel zu vermeiden.

Weitere Wartezeiten und eine Totalsperrung

Falls der Kantonsrat dem beantragten Kredit zustimmt, werden die Sanierungsarbeiten der Phase 1 und 2 insgesamt elf Jahre dauern. Die Phase 2 umfasst die 2,1 Kilometer lange Strecke vom Neuhüsli bis zum bergwärts gelegenen sanierten Teil. Die Strassenbreite und die knappen Kurvenverbreiterungen sind heute für ein sicheres Kreuzen der Lastwagen ungenügend, steht in der Botschaft des Regierungsrats. Schuld sind Aufschüttungen und die immer schwereren Lastwagen. Weil eine neue Linienführung sehr teuer wäre und das Landschaftsbild erheblich verändern würde, wird darauf verzichtet. Wo nötig, wird die Strasse talseitig verbreitert.

Auch die Sanierung der Langen Brücke zwischen Erschwil und Beinwil wird zu Wartezeiten und sogar Totalsperrungen führen, teilt der Regierungsrat mit. Der Kantonsrat muss noch über den beantragten Kredit von 5,4 Millionen Franken abstimmen. Der Kanton will nächstes Jahr damit beginnen, die 70 Meter lange Brücke abzureissen. Das Ganze soll bis 2022 dauern. Meistens wird der Verkehr einspurig geführt. Bei der Schlussteerung wird die Passwangstrasse sogar rund drei Tage lang totalgesperrt und Beinwil somit abgeschnitten sein.

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