Fasnacht

Wegen Fasnachtsverbot: Metzger Jenzer bleibt auf 10000 Würsten sitzen

Christoph Jenzer sitzt auf 10000 Würsten. Mit einer Spezialaktion hofft er, auch ohne Fasnacht alle verkaufen zu können.

Christoph Jenzer sitzt auf 10000 Würsten. Mit einer Spezialaktion hofft er, auch ohne Fasnacht alle verkaufen zu können.

Zig fasnächtliche Grillstand-Betreiber hatten beim Arlesheimer Familienbetrieb Jenzer Würste bestellt, die sie nun nicht brauchen. Metzgermeister Christoph Jenzer hätte auf den Bestellungen beharren können. Stattdessen startet er eine Solidaritäts-Aktion und verkauft die Ware mit Rabatt in seinen Läden.

10000 Kalbsbratwürste, Goldwürste und Merguez lagert Christoph Jenzer derzeit in seinen Kühlräumen, die eigentlich an den unzähligen Grillständen an der Fasnacht hätten verkauft werden sollen. Bestellte Ware, auf der die Grilleure nach dem Fasnachtsverbot in beiden Basel sitzen geblieben wären. «Eigentlich hätte ich sagen können, es geht mich nichts an», sagt Jenzer denn auch zur bz. Grundsätzlich seien die Besteller schadenersatzpflichtig. Doch der Arlesheimer Metzgermeister entschied sich anders: Er akzeptierte die Annullierungen, die vergangenen Freitag reihenweise eintrafen, kaum war bekannt geworden, dass der Corona-Virus der Fasnacht den Garaus macht. Die 10000 extra produzierten Würste lieferte Jenzer gar nicht mehr aus. «Wir wollten den meist kleinen Grilleuren nicht noch zusätzlichen Schaden aufbrummen. Sie haben mit ihren Essensständen ja schon keine Einnahmen.» Auch seien es teils jahrzehntelange Kundenbeziehungen, die man honorieren möchte, so Jenzer.

Jenzer startet Solidaritäts-Aktion

Muss er einen Grossteil der Ware nun vergammeln lassen? Schliesslich sind 10000 Würste im Februar normalerweise die Produktion dieser drei Sorten eines ganzes Monats. Jenzer gibt sich zuversichtlich - und erfinderisch: Er startet die Aktion «Solidarität zur Fasnacht». In seinen Geschäften in Arlesheim, Reinach und Muttenz weist er auf die spezielle Situation hin und bietet die Würste mit 10 bis 30 Prozent Rabatt zum Verkauf an. «Ich spüre bereits viel Unterstützung», sagt er. Auch Grosskunden wie Altersheime hätten teils deutlich mehr als sonst bestellt und würden die Würste bei sich einlagern. 

Etwas entschärft hat Jenzer die Lage gleich selbst: Schon am vergangenen Donnerstag habe er «gespürt, dass ein Gewitter aufkommt» und die Produktion Würste etwas gedrosselt. Sonst wären es nochmals gut 2000 bis 3000 Stück mehr geworden.

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