Nicht-Lustig

Wegen Italo-Witzen: Basler Jurist reicht Strafanzeige gegen Tschäppät ein

Politiker und Medien äusserten sich am Wochenende kritisch zu Alexander Tschäppäts Italienerwitzen bei seinem Comedy-Debut im Berner „Das Zelt“. Nun hat ein Basler Anwalt Strafanzeige gegen den Berner Stadtpräsidenten eingereicht.

Alexander Tschäppäts Italienerwitze beim Comedy-Zirkus „Das Zelt" haben ein juristisches Nachspiel. Der Basler Anwalt Carlo Alberto Di Bisceglia hat gegen den Berner Stadtpräsidenten Strafanzeige eingereicht. „Bei öffentlichen Veranstaltungen hat sich Herr Tschäppät in verletzender Weise gegen die Italiener geäussert. Dies ist umso gravierender, da es sich hier um öffentliche Auftritte als Stadtpräsident der Stadt Bern gehandelt hat," so Di Bisceglia in seiner Anklageschrift an die Berner Staatsanwaltschaft. Sie liegt der „Nordwestschweiz" vor.

Di Bisceglia sieht den Tatbestand des Artikels 261 des Strafgesetzbuches - der sogenannten Strafnorm gegen Rassendiskriminierung - als eindeutig erfüllt. Bei Tschäppäts Sprüchen handele es sich „um öffentliche Herabsetzungen - Diskriminierungen der Menschenwürde einer klar definierbaren ethnischen Personengruppe", heisst es in dem Gesuch um Anklageerhebung weiter.

Die Anzeige des Basler Anwalts folgt auf eine Welle der Kritik, die am Wochenende über den unglücklichen Comedy-Debütanten hinweggerollt war. Neben Persönlichkeiten aus Politik und Kultur, etwa der grünen Berner Gemeinderätin Franziska Teuscher, SP-Nationalrat Corrado Pardini, Autorin Güzin Kar oder Satiriker Viktor Giacobbo, empörten sich auch italienische Medien über den Berner Stapi.

Kritik auch in Italien

Die auflagenstärkste politische Tageszeitung Italiens, „La Repubblica", berichtete am Wochenende ausführlich über Tschäppäts „Humor". Sie warf dem Stapi vor, den „Rassismus aus der Mottenkiste zu holen". Tschäppät habe die sogenannten Tschinggen-Witze aus den Zeiten der Gastarbeiter wiederbelebt, so die Zeitung.

Tschäppät machte zwei „Witze" über unsere südlichen Nachbarn und Mitbürger: „Wissen sie, warum die Italiener so klein sind? Weil ihnen ihre Mütter sagen: Wenn du mal gross bist, musst du arbeiten gehen." Die zweite Äusserung, die Tschäppät unter Gelächter zum Besten gab, lautete: „Könnt ihr euch das vorstellen? Ein Süditaliener, der zu viel arbeitet?"

Alexander Tschäppäts Auftritt in voller Länge

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