Arlesheim

Wer bezahlt die Sanierung der Ermitage-Weiher? Ein Finanzloch unter Wasser

Der Bund ordnet die Sanierung der Ermitage-Weiher in Arlesheim an. Wer das zahlen muss, ist noch nicht geklärt.

Die gute Nachricht zuerst: Die Weiher in der Arlesheimer Ermitage sind erdbebensicher. Das ergaben Untersuchungen, die der Bund für die historische Anlage angeordnet hat. Nötig waren diese, weil die drei künstlichen Gewässer 2016 in die eidgenössische Stauanlagenverordnung aufgenommen wurden.

Doch für die Besitzerin der drei Weiher, die Stiftung Ermitage Arlesheim und Schloss Birseck gibt es auch eine schlechte Nachricht: Die gleiche Stauanlagenverordnung fordert nämlich Massnahmen für den Hochwasserschutz. Die kantonale Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD), die für die Umsetzung zuständig ist, hat in den vergangenen Jahren einige Abklärungen vorgenommen. Dabei zeigte sich: Nötig sind unterirdische Abläufe, wie das jedes künstliche Gewässer braucht. Im mittleren Weiher müssen sie ganz neu erstellt werden; im oberen bestehen noch einige rostige Reste eines Ablaufs, die saniert werden müssen. Zudem braucht es gezielte Überläufe für den Fall eines Hochwassers.

Historischen Charakter der Anlage bewahren

Noch vor vier Jahren, als der Bund die Ermitage der Stauanlagenverordnung unterstellte, strebte die BUD eine andere Lösung an: Man wolle die Arlesheimer Weiher aus der Verordnung herauslösen, sodass der Besitzerin keine Pflichten auferlegt würden. Schliesslich sei die Verordnung für grosse Staumauern wie die Grande Dixence im Wallis geschaffen worden, argumentierte man damals, nicht für historische Weiher wie in der Ermitage. Auch die Stiftung sträubte sich gegen die Massnahmen des Bundes – vor allem aus Kostengründen.

Doch die Weiher befinden sich immer noch in der Stauanlagenverordnung – weil Kanton und Stiftung gemeinsam ihre Strategie geändert haben. Denn, um der Verordnung zu entkommen, müsste man die Wassermenge in den Weihern verringern, wie Jonas Woermann erklärt, der im Tiefbauamt für die Stauanlagensicherheit zuständig ist. Dazu müsste man den Boden mit Steinen oder Beton auffüllen, was aber technisch schwer umzusetzen sei.

Eine andere Lösung wäre, den Wasserstand zu senken. «Beide Massnahmen würden das Landschaftsbild zerstören», so Woermann. «Schliesslich ist die Ermitage historisch und kulturell bedeutsam.» Auch für Karl-Heinz Zeller, dem Präsidenten der Stiftung, ist das teilweise oder vollständige Ablassen des Wassers «keine Option». Schliesslich beschlossen die BUD und die Stiftung einvernehmlich, die Anlage gemäss der Verordnung des Bundes zu ertüchtigen. Damit kommen aber grosse Kosten auf die Stiftung zu. Wie viel, ist jetzt Sache von weiteren Abklärungen.

Der Kanton soll die Finanzierung übernehmen

Zeller schätzt die Kosten grob auf eine Million Franken. «Die Stiftung kann das sicher nicht alleine übernehmen», stellt er klar. Laut Woermann ergab eine erste Machbarkeitsstudie Kosten von 1.2 Millionen Franken, wobei Schwierigkeiten bei der Schlammentfernung diese noch steigern dürften. Die Arbeiten mussten wegen der anstehenden Laichzeit der Amphibien abgebrochen werden, wie die BUD gestern mitteilte.

Die BUD stellt in Aussicht, dem Landrat eine Vorlage zur Finanzierung vorzulegen, sobald ein Kostenrahmen vorliegt. «Wir müssen versuchen, vom Landrat Geld für die Finanzierung zu erhalten», sagt Woermann. Ansonsten habe die BUD den Auftrag, die Ermitage rückzubauen. «Das darf aber nicht unser Ziel sein», stellt er klar. Gleichzeitig sollen Stiftungen und auch die Gemeinde um Beiträge angefragt werden.

Zeitdruck besteht kaum. Alle Fachleute seien sich einig, dass die Anlage standfest sei, sagt Woermann. «Ungefähr 70 Prozent der Sicherheitselemente sind vorhanden.» Solange die Weiher sauber überwacht würden, sei ein spontanes Versagen auf ein Minimum reduziert.

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