Oberdorf

Wer trifft ins Schwarze?: Referendum entscheidet über die Zukunft der Schiessanlage Wintenberg

Ob der Scheibenstand modernisiert werden soll oder nicht, entscheidet das Referendum.

Ob der Scheibenstand modernisiert werden soll oder nicht, entscheidet das Referendum.

Am 24. September entscheidet ein Referendum darüber, ob der von der Einwohnergemeindeversammlung beschlossene Kredit über 118‘000 Franken für die Sanierung der elektronischen Trefferanzeige der Schiessanlage Wintenberg bewilligt werden soll.

Für die Freischützen Oberdorf schlägt am 24. September die Stunde der Wahrheit. Dann fällt an der Urne der Entscheid, ob die elektronische Trefferanzeige in der 300-Meter-Schiessanlage Wintenberg für 118'000 Franken saniert wird oder nicht. Nachdem die Gemeindeversammlung Ende März diesen Kredit mit 41 gegen 20 Stimmen bewilligt hatte, wurde das Referendum ergriffen.

«Uns geht es darum, dass zuerst die Gemeinderäte im Waldenburgertal darüber diskutieren, wie man das Schiesswesen künftig regeln will», begründet Natalie Seidel, die Präsidentin des Referendumskomitees. Erst nach dieser Diskussion solle entschieden werden, was wo gebaut werde. «Das kann auch in Oberdorf sein, dem verweigern wir uns nicht.» Seidel meint auch, dass in Zeiten von roten Zahlen in kleinen Gemeinden nicht mehr jedes Dorf eine Schiessanlage finanzieren könne.

Geld «verpulvert»

Der Beschluss der Gemeindeversammlung war aus Sicht des Referendumskomitees wegen der zum damaligen Zeitpunkt vorliegenden Informationen verfrüht. Es entspreche durchaus üblichen politischen Standards, dass den Steuerzahlern ein Minimum an Angaben über ein Geschäft geliefert werde, das immerhin zwei Prozent der jährlichen Steuereinnahmen natürlicher Personen überschreite, schreibt das Komitee in den Abstimmungsunterlagen. Und weiter: «Die Mehreinnahmen aus der Steuererhöhung vom November 2016 wären also bereits im wahrsten Sinne des Wortes ‹verpulvert›.»

Oberdorfs Gemeindepräsident Piero Grumelli betont, dass der Bund die Gemeinden verpflichte, das ausserdienstliche Schiessen anzubieten. «Ob wir das selber tun oder uns irgendwo einkaufen – es kostet ohnehin Geld. Ein Einkauf in eine Gemeinschafts-Schiessanlage dürfte nicht viel günstiger kommen», glaubt er, gesteht jedoch, dass diesbezüglich keine konkreten Abklärungen gemacht worden seien. Der Oberdörfer Gemeinderat hat sich laut Abstimmungsbotschaft zwar Gedanken gemacht über die gemeinsame Nutzung einer Schiessanlage mit anderen Gemeinden. Weil die Voraussetzungen im Waldenburgertal derzeit aber offenbar ungünstig sind, «ist es sinnvoll, wenn die Gemeinde Oberdorf als Zentrumsgemeinde in ihre Schiessanlage investiert, um ihre Attraktivität zu erhalten».

Vereine unterstützen

Die Exekutive sei der Ansicht, dass Vereine unterstützt werden müssten, sagt Grumelli. Ansonsten würde man ihnen wie den Freischützen den Todesstoss versetzen. «Wenn das Referendum durchkommt, dann müssen wir weiterschauen», ist er sich bewusst. Das Referendumskomitee hat Ende April 300 gültige Unterschriften eingereicht, nötig gewesen wären bloss deren 162. Über den Ausgang der Abstimmung in knapp zwei Wochen, wagen die beiden Parteien keine Prognosen anzustellen. Der Gemeindepräsident sagt: «Keine Ahnung, es ist völlig offen.»

Es sei schwierig abzuschätzen, meint Natalie Seidel vom Referendumskomitee. «Aber wir werden für eine hohe Stimmbeteiligung sorgen. Dafür verteilen wir höchstwahrscheinlich noch diese Woche Flyer in die Haushalte.» Die 118 000 Franken seien ein Betrag, über den alle Stimmbürgerinnen und -bürger entscheiden sollten und nicht bloss ein «Vereinsabend» an der Gemeindeversammlung.

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