Es bleibt unklar, was am vergangenen Dienstag Abend in der St. Jakobshalle genau geschah. Sicher ist: Ein Mann ergriff an der Zertifikatsversammlung der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) das Mikrofon und versuchte, eine Botschaft an die 3500 Menschen vor ihm zu richten.

Sicherheitsleute führten ihn nach seinem kurzen Auftritt ab. Manche Augenzeugen berichten, er habe danach ein zweites Mal versucht, die Bühne zu entern.

Gemäss der Bank wollte er «ein persönliches Anliegen» verbreiten. Es handle sich «nicht um eine politische Aktion», sagte BLKB-Sprecherin Monika Dunant der «Handelszeitung». Manche Zeugen berichten hingegen, er habe das Wort «Irak» ausgesprochen. Widersprüchliche Angaben gibt es auch zur Funktion, die der Mann am BLKB-Anlass innehatte.

Video legt Vermutung nahe

Eine seriöse Quelle, die gegenüber der bz anonym bleiben will, erklärt, dass es sich nicht um den Angestellten einer Security-Unternehmens gehandelt habe, wie in den Medien zu lesen war. Stattdessen habe er für eine Event-Firma gearbeitet, die für die Infrastruktur des Anlasses zuständig gewesen sei. Hinweise in diese Richtung gibt ein Amateurvideo, das «Telebasel» online stellte. Dort kann man zumindest erahnen, dass der Mann keine Security-Uniform trägt.

Als Eventfirma-Mitarbeiter hätte sein Arbeitgeber bei seiner Anstellung keine besonderen sicherheitsrelevanten Bestimmungen einhalten müssen. BLKB-Sprecherin Dunant hält aber fest an ihrer Aussage, es habe sich um den «Angestellten einer Sicherheitsfirma» gehandelt (ohne den Firmennamen zu nennen).

Als solcher unterlag er wie alle Sicherheitsangestellten vor seiner Anstellung einem Überprüfungs- und Bewilligungsverfahren durch den Kanton. Unter anderem musste sein Leumund sauber sein.


Risikofaktor Mensch

Zudem durchlaufen Sicherheitsangestellte «eine neutrale Ausbildungsinstitution» des schweizerischen Dachverbandes der Sicherheitsfirmen, sagt Toni Casagrande, Geschäftsführer der Nordwestschweizer Sektion. «Sie werden dort von Fachleuten in Sozialkompetenz geschult.» Das Personal, das neue Sicherheitsleute einstelle, sei ausgebildet.

«Doch der grösste Risikofaktor bleibt der Mensch», sagt er. Man könne nicht in die Köpfe der Mitarbeiter hineinsehen. «Ein Ausraster wie bei der BLKB ist nicht voraussehbar.»

Auch die Bank sieht noch Aufklärungsbedarf. Bevor sie rechtliche Schritte einleitet, will sie «die Umstände dieses Vorfalls abklären und aufarbeiten». Auch vom Arbeitgeber des Mannes ist keine Anzeige eingegangen, heisst es auf Anfrage bei der Baselbieter Kantonspolizei.