Dass die Juso zweifellos die selbstbewussteste Jungpartei im Baselbiet sind, zeigte sich bei der heutigen Pressekonferenz zum Auftakt der Landratswahlkampagne. Der Co-Präsident Jan Kirchmayr zeigte sich weniger überrascht über das zahlreiche Erscheinen der Medienschaffenden als viel mehr verärgert über die Tatsache, dass sich zwei Printmedien mit fadenscheinigen Begründungen den Anlass entgehen liessen. «Das zeigt, dass sie keine Ahnung von den politischen Begebenheiten im Kanton Baselland haben».

Das Selbstbewusstsein der Juso lässt sich leicht erklären: Während die anderen Jungparteien im Landkanton kaum von sich reden machen, steigen die jungen Linken mit berechtigten Hoffnungen auf einen Wahlerfolg ins Rennen. «Wir haben bereits eines von drei Zielen erreicht, das wir uns gesetzt haben», sagte Kirchmayr. Von den Landratskandidaten der Sozialdemokraten sind 33 Prozent unter 30 Jahre alt. Die beiden anderen Projekte haben die Juso heute vor dem Regierungsgebäude in Angriff genommen. «Wir hoffen, dass mindestens einer unserer Kandidaten gewählt wird – und dass wir dank Rücktritten Ende Legislaturperiode drei Juso-Landräte stellen können», sagte Kirchmayr.

Mit dem Slogan «Wer, wenn nicht wir? Wann, wenn nicht jetzt?» werden die Juso in den nächsten Wochen bis zu den Wahlen vom 8. Februar aktiv sein. Bei den 20 Aktionen von Reigoldswil bis ins Laufental versprechen die Juso «mehr Action» als bei anderen Parteien. Inhaltlich setzen sie dabei auf fünf Schwerpunkte, die gestern im Rahmen eines Manifests verabschiedet wurden. Neben Forderungen zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs und Schaffung von günstigem Wohnraum sowie höheren Steuern für Millionäre wollen die Juso auch die demokratische Mitbestimmung sowie die Chancengleichheit in der Bildung stärken. «Ausbildungen dürfen nicht von der eigenen oder elterlichen finanziellen Lage abhängen», sagte Juso-Co-Präsidentin Samira Marti. «Chancengleichheit bedeutet, dass alle, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, finanziellen Möglichkeiten und Hautfarbe die gleiche Bildung in Anspruch nehmen können. In erster Linie bedeutet das: Bildung muss absolut kostenlos sein».