Mit Zoff rund um die Abfallentsorgung hat nicht nur die Gemeinde Frenkendorf zu kämpfen. Diese hat sich aber dazu entschlossen, genau hinzusehen, um Abfallsünder zu identifizieren.

«Im Dezember und Januar durchgeführte Schwerpunktkontrollen fielen ernüchternd aus. In Containern, welche für gebührenpflichtige Abfallsäcke vorgesehen sind, wurden über 70 Abfallsäcke ohne Gebührenmarke gefunden», weiss Gemeindeverwalter Thomas Schaub. In 38 dieser falsch entsorgten Abfallsäcke konnte das Werkhofteam Material sicherstellen, welches auf den Verursacher hinweist.

Bussen ab 200 Franken für Abfallsünder

«In den Abfallsäcken nach Hinweisen zu suchen, ist ein übler Drecksjob», beklagt sich Schaub. Nur so ist es aber möglich, Abfallsünder zur Kasse zu bitten: Können Personen identifiziert werden, spricht die Gemeinde Bussenverfügungen mit einer Strafe ab 200 Franken aus.

Die mühsame Arbeit hat sich bereits ausgezahlt. Beim Wiederholen der Kontrollen konnte eine Besserung festgestellt werden. «Die Situation ist mit Kontrollen im Strassenverkehr vergleichbar: Sobald die Leute wissen, wo sich ein Radar befindet, passen sie die Geschwindigkeit an.»

Dennoch bleibt die Gemeinde hartnäckig. «Wir haben die Abfallunternehmen sensibilisiert, beim Leeren der Container genauer zu überprüfen, ob eine Gebührenmarke aufgeklebt wurde», sagt der Gemeindeverwalter. Seither seien pro Abfuhrtag bis 15 illegal entsorgte Abfallsäcke eingesammelt worden.

Unsortiert und zur falschen Zeit

Für Ärger sorgen in der 6200-Seelen-Gemeinde nicht nur die fehlenden Gebührenmarken zu 2.50 Franken. Glas, Aluminium, Blech und sonstige Wertstoffe getrennt und während der Öffnungszeiten zu entsorgen, ist keine Selbstverständlichkeit. Für einige sogar ein Ding der Unmöglichkeit: So beginnt der Arbeitstag des Werkhofteams oft mit dem Sortieren der beim Sammelplatz einfach hingestellten Abfälle.

«Ein mobiler Abfallwagen für die Wertstoffentsorgung wird von der Gemeinde direkt in die Quartiere gestellt, damit die Bevölkerung nicht immer mit dem Auto zur Entsorgungsanlage fahren muss.» Mitten im Quartier ist es aber doppelt so wichtig, dass Öffnungszeiten eingehalten werden. Wenn Glasflaschen zu später Stunde im Container aufschlagen und zerscherbeln, sind Reklamationen der Anwohner garantiert.

So schaut die Gemeinde auch in Zukunft genau hin: «Eine unbeliebte Tätigkeit, die aber sein muss», ist Schaub überzeugt.