Dorfgespräch

Weshalb Oberdorfs Gemeinderat Salman Fistik vor der Wahl wieder das Dorfgespräch ist

Salman Fistik ist das Lachen nicht vergangen. (Archivbild)

Salman Fistik ist das Lachen nicht vergangen. (Archivbild)

Die Gemeinderatswahlen in Oberdorf stehen bevor. Salman Fistik findet wieder seinen Weg in die Schlagzeilen. Er steht zur Wahl aber nicht auf dem Informationsblatt.

Nicht schlecht staunten Oberdörfer Stimmbürgerinnen und -bürger, als sie neulich das Couvert mit den Unterlagen für die Abstimmungen vom 9. Februar bekommen hatten. Auf dem beiliegenden Informationsblatt zu den Gemeinderatswahlen sind Piero Grumelli, Christine Kamber (beide bisher) sowie die Neuen Natalie Seidel und Michael Wild aufgeführt; der fünfte Name, jener von Gemeinderat Salman Fistik, fehlt. In den neusten Gemeindenachrichten hingegen steht nach den vier Bewerbern: «Ausserdem kandidiert der bisherige Gemeinderat Salman Fistik ebenfalls für einen Sitz im Gemeinderat.»

Eine im vergangenen Jahr in Oberdorf eingeführte Verordnung regelt, welche Namen auf einem Infoblatt zu kommunalen Wahlen aufzuführen sind. Darin steht, dass nur Personen erwähnt werden, die ihre Kandidatur schriftlich für eine stille Wahl eingegeben haben. Und diese Frist, die am 23. Dezember 2019 abends ablief, hatte Fistik verpasst. «Eine mündliche Bewerbung reicht nicht, um auf dem Infoblatt aufgeführt zu werden», sagt Gemeindeverwalterin Rikita Senn. Weitere Kandidaturen für die Wahl in gut drei Wochen sind möglich.

Peter Schweizer, Kassier der SP-Sektion Bezirk Waldenburg und Parteikollege von Salman Fistik, leuchtet die Begründung zwar ein. Was ihn aber stört: «Die Gemeinde Oberdorf hat kein Geld und jammert immer. Diesen Urnengang hätte man verhindern und damit Geld sparen können.» Es läge doch am Gemeindepräsidenten, seine Ratskollegen auf das Vorgehen für eine stille Wahl hinzuweisen. Diese Meinung teilt Fistik. «Ich wusste nicht, dass ich auch als Bisheriger meine Gemeinderatskandidatur hätte schriftlich einreichen müssen.» Er hat dies seinen Amtskollegen bloss mündlich kundgetan.

Gemeindepräsident Piero Grumelli entgegnet, es sei an einer Sitzung Ende Oktober/Anfang November auf den Termin zur Eingabe für eine stille Wahl aufmerksam gemacht worden. Er räumt aber ein, «dass über das Prozedere nicht informiert wurde». Grumelli ging davon aus, dass Salman Fistik Bescheid weiss, weil er zuvor schon zweimal als Gemeinderat kandidiert hat.

Salman Fistik ist niemandem böse und meint selbstkritisch: «Ich habe meine Verantwortung nicht ganz korrekt wahrgenommen. Absicht steckt nicht dahinter.» Er sieht im Nachteil auch Vorteile. Bei einer stillen Wahl werde der Einwohner nicht gefragt. Deshalb finde er es gut, dass es einen Urnengang gebe. Dem Vernehmen nach haben sich viele Stimmberechtigte gewünscht, dass es zu einer «echten» Wahl kommt.

Fistik wird nun zusammen mit der SP-Sektion das Möglichste tun, um seine erneute Bewerbung im Dorf bekanntzumachen. Vorstandsmitglied Peter Schweizer erklärt: «Salman kann darauf zählen, dass wir ihm die Werbung finanzieren. Er hat uns immer den Mandatsbetrag bezahlt.»

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