Für Basel sei eine direkte Tramverbindung vom Bahnhof SBB ins Leimental zentral. Das sagte der Basler Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels am Montagabend an einem Podium in Basel über das Tramnetz. «Ob das der Margarethenstich sein muss und wie das Projekt heisst, ist letztlich gar nicht entscheidend.» Das Leimental sei eines der wichtigsten Entwicklungsgebiete der Nordwestschweiz, Bei der Tramnetzplanung spiele es eine zentrale Rolle.

Eingeladen zum Podium «Zukunft Tram» hatten die Basler FDP und der Quartierverein Oberes Kleinbasel. «Dabei erfahren wir von Regierungsrat Hans-Peter Wessels, welche neuen Tramstrecken im Kleinbasel geplant sind», hiess es auf der Einladung. Dass sich Wessels auch zum Margarethenstich äusserte, hatte mit dem neu aufgeflammten Widerstand gegen das rund 365 Meter lange Schienenstück zu tun. Die Baselland Transport AG baut derzeit die Tramhaltestelle Dorenbach um und gestaltet sie so, dass sie mit dem Margarethenstich kompatibel wäre. Das jedoch stört Roger Moll: Der Binninger bekämpfte das Vorhaben politisch. Er vermutet, das 21-Millionen-Franken-Projekt würde durch die Hintertür gebaut.

Im September 2017 lehnte das Baselbieter Stimmvolk den Kredit für den Margarethenstich deutlich ab. Beide Basel hätten sich ihren Kostenanteil hälftig geteilt, obwohl die Schienen zu 90 Prozent auf Stadtboden zu liegen gekommen wären, was auch am Basler Podium bekräftigt wurde.

Region fehlt S-Bahn, die den Namen auch verdient

Am Montag ging es aber auch um die geplanten Netzabschnitte Klybeck, Petersgraben und Claragraben. Wessels gab zu Bedenken, das historisch gewachsene Tramnetz müsse auch für den verpassten Bau einer S-Bahn geradestehen. Auch über künftige Alternativen wurde am Podium unter der Leitung von bz-Redaktor Andreas Schwald diskutiert. So könnten allenfalls E-Busse dereinst die Trams ersetzen. (bwi)