Start-up

Wie Grünen-Landrat Klaus Kirchmayr an seiner neuen Firma bastelt

Jetzt macht er Geschäfte: Klaus Kirchmayr gründet mit  Bálint Csontos und Ex-BLKB-Chef Beat Oberlin ein Start-up. (Archivbild)

Jetzt macht er Geschäfte: Klaus Kirchmayr gründet mit Bálint Csontos und Ex-BLKB-Chef Beat Oberlin ein Start-up. (Archivbild)

Der Grünen-Politiker Klaus Kirchmayr gründet mit Bálint Csontos und Ex-BLKB-Chef Beat Oberlin die Urb-X AG.

Wenn im Vorzimmer des Landrats der Fraktionschef Klaus Kirchmayr und der Parteipräsident Bálint Csontos die Köpfe zusammensteckten und dabei zuweilen Abstimmungen verpassten, dann wurde dabei nicht nur die Parteilinie der Grünen Baselland definiert: Kirchmayr, die graue Eminenz der Partei, hat mit Csontos, seinem politischen Ziehsohn, in Birsfelden die Firma Urb-X AG gegründet.

Die Gesellschaft wird gemäss Zweckbeschreibung «forschend, beratend, produzierend und planerisch» tätig sein. Und dies «im Bereich des Ingenieurwesens, namentlich des Verkehrswesens und damit zusammenhängend im Baugewerbe».

Mehr will Kirchmayr derzeit nicht sagen. Es handle sich um ein Start-up, bei dem in sechs Wochen vieles schon wieder anders aussehen könne. Die Aussichten zu reüssieren sähen aber «nicht so schlecht aus». Das Projekt sei nicht «monetär getrieben» und soll auch Spass machen. Die Finanzierung sei für die erste Runde jedoch gesichert. «Geld ist sicher nicht das Problem», sagt Kirchmayr.

Der Auftraggeber wird zum Partner

Als Verwaltungsratspräsident der Urb-X AG hat Kirchmayr Beat Oberlin, den ehemaligen Direktor der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) gewonnen. Damit wird in gewisser Weise die Verbundenheit des Finanzpolitikers mit dem Banker formalisiert, die im vergangenen Jahr für politische Unruhe gesorgt hatte. Als Partner der Zürcher Finanzboutique Milleniums Associates hatte Kirchmayr Beratermandate der Kantonalbank in Millionenhöhe. Seit Oberlin bei der Bank abgetreten ist, fährt Kirchmayr politisch einen kritischeren Kurs gegenüber der BLKB. Politische Gegner spekulierten, sein Kurswechsel hänge damit zusammen, dass er seine Mandate verloren habe, und kritisierten, er habe als Mitglied der Finanzkommission die Interessenbindung nicht offengelegt. Ein solches Fehlverhalten hat das Büro des Landrats nach einer internen Untersuchung jedoch ausdrücklich verneint.

Präsident der Firma ist Oberlin, das Sagen hat jedoch Kirchmayr. Er hat die Hälfte der Aktien gezeichnet. Je ein Viertel liegen bei Oberlin und dem Juniorpartner Csontos. Das Aktienkapital ist mit 108'000 Franken nicht üppig, aber mit der unrunden Summe vorausschauend angelegt. Bereits statutarisch vorgesehen ist eine Kapitalerhöhung um 54'000 Franken, um Partner oder Mitarbeiter zu beteiligen. Damit verwässert sich der Anteil der Gründer, doch Kirchmayr wird mit einem Drittel der Aktien weiterhin den beherrschenden Einfluss behalten.

Mit der KKBC hat sich das Geschäft angebahnt

Als Startkapital stehen der Firma gut 200'000 Franken zur Verfügung, da der Ausgabepreis mit zwei Rappen pro Aktie den Nominalpreis verdoppelt. Durch die Kleinststückelung hat die Urb-X mit 10,8 Millionen Aktien immerhin in dieser Dimension die Millionenschwelle schon überschritten.

Dass der seit einigen Jahren freiberufliche Kirchmayr und Csontos geschäftlich gemeinsame Wege gehen, hatte sich im Januar angekündigt. Zusammen gründeten sie in Aesch die Kollektivgesellschaft KKBC. Deren Zweck ist der Erwerb und die Verwertung von Immaterialgüterrechten. Mit dieser Firma hat sich Csontos etwa die Rechte an der Internetdomain urb-x.ch gesichert. In der Firma wird dann wohl auch das Patent liegen, das für die Urb-X das Geschäftsmodell begründen soll. Was dieses beinhalten wird, will Kirchmayr nicht verraten. In vielleicht sechs Wochen lasse sich vielleicht mehr sagen.

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Autor

Christian Mensch

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