Wochenkommentar

Wie wird man zum Superschweizer?

Nicht allen ist es vergönnt, in einer Art genetischen Mutation zum Superschweizer aufzusteigen.

Nicht allen ist es vergönnt, in einer Art genetischen Mutation zum Superschweizer aufzusteigen.

Nach den Debatten um abgelehnte Einbürgerungsgesuche und verweigerte Handschläge wird die Frage laut, wie sich richtige Schweizerinnen und Schweizer zu verhalten haben. Braucht es auch dazu einen Artikel in der Bundesverfassung?

Was ist ein Schweizer? Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Aber es gibt Indizien. So lässt ein Schweizer seine Autoalarmanlage nicht vor sich hin heulen. Und schon gar nicht drei Mal. Mitten in der Nacht. Auch den Motor lässt ein Schweizer nicht laufen, wenn er sein Auto kurzzeitig parkt. Und ganz sicher würde ein Schweizer, von einem Passanten auf diesen Frevel hingewiesen, sich sofort und aus tiefstem Herzen entschuldigen, anstatt dem korrekten Bürger ein freches «geht dich nichts an» entgegenzuschleudern. Er würde aussteigen und die Entschuldigung mit einem Händedruck und einem tiefen, schuldbewussten Blick in die Augen seines Gegenübers komplettieren.

Das wissen angehende Schweizer oft nicht. Deshalb werden sie von der Bürgergemeindeversammlung, wie zum Beispiel jener in Bubendorf, nicht mit der Last des Schweizerseins beladen. In der Tat ist es sehr sinnvoll und ganz im Interesse der Einbürgerungswilligen, sich erst aller Fettnäpfchen gewahr zu werden, in die zu treten das empfindliche Selbstbewusstsein der Nation destabilisiert. Nicht allen ist es vergönnt, in einer Art genetischen Mutation zum Superschweizer aufzusteigen. Dem Bubendörfer Liegenschaftsverwalter mit dem fremdländischen Namen ist das gelungen. Er hält die betroffene Familie Halili für unschweizerisch. Denn: «Jemand, der sich einbürgern lassen will, sollte alles korrekt machen.»

Bei Problemen dieser Art ist die SVP stets parat

Zum Glück naht Hilfe von der SVP, der nationalen Fachstelle für korrektes Schweizertum. Die Baselbieter Nationalrätin Sandra Sollberger hat diese Woche eine Motion eingereicht, um einen anderen Fall der Insubordination Zugezogener aus der heilen Welt zu schaffen. Der Fall Therwil, wo sich zwei muslimische Jugendliche weigern, ihrer Lehrerin die Hand zu geben, ist der Anfang vom Ende der abendländischen Zivilisation und unserer inbrünstig gelebten christlichen Werte. Deshalb ist ein Händedruck-Gesetz sehr zu begrüssen. Wo kommen wir denn hin, wenn wir die zum Grusse gereichte Schweisstatze eines Artgenossen ausschlagen? Selbst der Flachmalerin mit Meistertitel Sollberger farbenfleckige Hand ist zu ergreifen. Ein echter Schweizer geht da durch.

Das Schweizersein gehört in die Bundesverfassung

Doch das kann nur der Anfang sein. Es braucht dringend einen Artikel über das Schweizersein in der Bundesverfassung, samt dazugehöriger Ausführungsgesetzgebung und entsprechenden Verordnungen. Das dient nicht nur dem Ausländer, der endlich weiss, dass der Waschplan im Mietshaus mit militärischer Disziplin einzuhalten ist. Das dient auch jenen Schweizern, die, wohlstandsverwahrlost und geschichtsvergessen, unter den Einfluss fremder Kulturen geraten sind. Es wurden schon Exemplare beobachtet, wie sie wunderbar braun gebratene Klöpfer verschmähten, nur um sich undefinierbares Fleisch vom Spiess abschaben zu lassen. Es war in der Folge nicht mehr möglich, ihnen unserer Tradition entsprechend die Hand zu schütteln, weil ansonsten der Inhalt der Brottasche auf dem Trottoir gelandet wäre. Diese armen, vom Weg abgekommenen Schweizer wurden bewusst mit Kebab infiltriert. Es sind genau solch subversive Machenschaften, welche US-Wissenschaftler Samuel Huntington schon vor vielen Jahren so erschauern liessen, dass er den Kampf der Kulturen ausrief.

Noch müssen sich die letzten aufrechten Schweizer nicht ins Réduit auf dem Ballenberg zurückziehen. Nicht, wenn das Beispiel des Bubendörfer Liegenschaftsverwalters Schule macht. Oder jenes der deutschstämmigen Familie Blocher. Wir brauchen mehr Ausländer wie sie. Dann ist die Schweiz gerettet.

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