Binningen

Wird es wärmer, wird auch mehr geprügelt

Jugendliche, die andere «anstressen» und handgreiflich werden: «Eine Zunahme von solchen Fällen ist nicht von der Hand zu weisen.»

Jugendliche, die andere «anstressen» und handgreiflich werden: «Eine Zunahme von solchen Fällen ist nicht von der Hand zu weisen.»

Sobald es draussen wärmer wird, werden die Menschen regelrecht aus den Häusern getrieben. Es zeigen sich auch vermehrt Probleme: Immer wieder provozieren Jugendliche andere Jugendliche. Die Tatorte sind über den ganzen Kanton verteilt, so die Polizei

Die Tatorte: die Binninger Schulhäuser Margarethen und Spiegelfeld sowie das Gebiet entlang der Hauptstrasse. Offensichtlich grundlos gehen ein paar Jugendliche auf andere Jugendliche los. Mit Fäusten und dem Kopf schlägt ein Täter auf zwei 15-Jährige ein. Am gleichen Wochenende «stresst» eine Gruppe von Jugendlichen andere Jugendliche an; provoziert sie und droht ihnen.

«Eine gewisse Zunahme von solchen Vorfällen ist nicht von der Hand zu weisen», hält Polizeisprecher Meinrad Stöcklin fest. Die «Anstresser» seien in Gruppen unterwegs und würden andere Jugendliche grundlos provozieren. Sobald es wärmer wird, steigen die Fälle von Gewalt unter Jugendlichen tendenziell an. «Vermehrt ist auch noch Alkohol im Spiel», betont Stöcklin.

Gewalt, aber auch Lärm und Abfall

«Die Tatorte verteilen sich über das gesamte Kantonsgebiet», so Stöcklin. Jedoch sind Orte mit einer gewissen Zentrumsfunktion besonders gefährdet, zum Schauplatz von Jugendgewalt zu werden. Dazu gehören zum Beispiel Tram-Endstationen und Bahnhöfe. In Binningen sind es vor allem die Schulanlagen, der Dorfplatz sowie das Gebiet entlang des Birsigs, wie Gemeindeverwalter Olivier Kungler ausführt.

Zu den Prügeleien hinzu kommen weitere Probleme: Lärm und Abfall. «Wir müssen aufpassen, dass der Dorfplatz nicht zur Abfallhalde wird», sagt Kungler. Darum reagiert die Gemeinde nun: «Geplant ist, dass die Gemeindepolizei öfters an diesen Orten vorbeischaut und Präsenz markiert.» Die Prügeleien zu verhindern sei aber fast unmöglich: «Da kommt man immer zu spät», weiss Kungler.

In der Tat fehlt auch von den Tätern in Binningen bisher jede Spur. Ob zwischen den drei Fällen ein Zusammenhang besteht oder ob die Häufung purer Zufall war, will die Polizei nicht kommentieren: «Dies ist Gegenstand der laufenden, umfangreichen Ermittlungen», heisst es nur.

Jugendliche häufig Täter und Opfer

Generell nehmen die Fälle von Jugendgewalt leicht zu. Es gebe eine Tendenz zu eher jüngeren Tätern und zu einem massiveren Einsatz von Gewalt, teilt die Jugendanwaltschaft auf ihrer Internetseite mit. Man schlage weiter zu, sogar wenn das Opfer schon am Boden liege. Zudem würden vermehrt junge Frauen Gewalt anwenden. Gleichzeitig seien Jugendliche aber sehr oft Opfer von Gewalt - auch durch Erwachsene.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1